„Jetzt bin ich eine starke Frau“

Ein eigenes Ackerfeld! Für Marceline (Foto) und die Frauen in ihrer Kleinspargruppe im Tschad ist dieser Traum wahr geworden. Früher mussten die Frauen Ackerland mieten, was ihre Gewinne schmälerte. Doch nachdem sie Erdnusssamen, Baumsetzlinge, Werkzeuge wie Schaufeln und Schubkarren sowie Schulungen in Bewässerungs- und Erntemethoden erhalten hatten, sparten sie in der Gruppe fleißig.

Innerhalb von zwei Jahren waren sie so in der Lage, ihr eigenes Feld zu kaufen. Möglich wurde das durch das Projekt PROSECA (Projet de sécurisation alimentaire des populations vulnérables de la région du Logone Occidental / Ernährungssicherheit für vulnerable Gruppen im westlichen Logone-Gebiet), das von der EU gefördert wird.

Marceline strahlt vor Stolz, als sie auf das blühende Grün schaut. „Besitz hat Vorteile. Wir geben weniger Geld für unsere gemeinsame Arbeit aus. Jetzt haben wir das Recht, auch andere Bäume zu pflanzen – einige als Schattenspender, andere wegen ihrer Früchte oder wegen ihrer dicken Wurzeln, die das Grundwasser halten und den Boden reicher machen.“

Vor PROSECA fehlte es den Frauen in Marcelines Gruppe auch an landwirtschaftlichen Grundlagen. „Wir hatten nicht das Wissen, um Erdnüsse effizient anzubauen. Wir ließen die Samen einfach in den Acker fallen, wo immer sie fielen, und hofften, dass sie wachsen würden. Und das taten sie oft nicht.“ Marceline hält ein Seil mit gleichmäßig verteilten Knoten hoch. „Damit messen wir die Abstände. Jeder Knoten markiert die Stelle, an der wir einen Samen pflanzen, damit er genug Platz zum Wachsen hat.“

Marceline (vorne) mit Frauen aus ihrer Gruppe, die gemeinsam sparen und Ackerland bewirtschaften. Foto: Sarah Easter/CARE

Marcelines Gruppe hat sich neue Quellen für Nahrung und Einkommen geschaffen. „Wir bauen Erdnüsse und Setzlinge an und verkaufen sie. Wir haben genug Geld verdient, um Maschinen zum Mahlen der Nüsse zu kaufen und unser Geschäft weiter auszubauen.

Die Gruppe fungiert gleichzeitig als Spargruppe. „Die Mitglieder können Kredite aufnehmen, um ihr eigenes Unternehmen zu gründen und unabhängiger zu werden“, erklärt Marceline. „Wir helfen uns gegenseitig und sind eine Familie geworden. Es ist besser, gemeinsam zu arbeiten als allein.“

Marceline mit ihrem Ehemann Alain. Foto: Sarah Easter/CARE

Die neue wirtschaftliche Unabhängigkeit verändert auch die Rolle der Frauen. Marcelines Ehemann Alain übernimmt jetzt mehr Aufgaben in der Familie. Er wäscht die Wäsche, kocht für die Kinder und kümmert sich, wenn sie krank sind. Marceline wiederum ist nicht mehr darauf angewiesen, dass Alain für die Ausgaben aufkommt. „Jetzt bin ich eine starke Frau. Eine robuste Arbeiterin. Jetzt bin ich auch wie ein Mann!“, sagt Marceline lachend.

Marceline erwirtschaftet nun das Geld für Nahrung, Kleidung und das Schulgeld. „Früher habe ich Brennholz verkauft, aber das reichte nie für Essen oder das Schulgeld für die Kinder.“ Jetzt hat sie ein festes Einkommen und einen Plan. Die Frauengruppe will mehr Land und eigene Kühe zum Pflügen kaufen.

Der Duft von Erdnüssen zieht durch die warme Luft, als sich die Frauen zum Essen niederlassen, die Stimmen voller Freude und die Herzen voller Pläne für die Zukunft.

Die Frauengruppe arbeitet zusammen und will mehr Ackerland und eigene Kühe zum Pflügen kaufen. Foto: Sarah Easter/CARE

Das CARE-Projekt PROSECA fördert mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union Hirt:innen und Landwirt:innen, um ihnen die Intensivierung und Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion zu ermöglichen. PROSECA hilft Gemeinden bei der Erschließung zusätzlicher Einkommensquellen, um den Lebensunterhalt nachhaltig zu sichern, künftige Nahrungsmittelengpässe zu verringern und die Ernährung zu verbessern.

Im Tschad begleitet CARE über 50.000 Frauen auf ihrem Weg in die wirtschaftliche Unabhängigkeit.

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