Kinder im Krieg

Im Freien mit anderen Kindern spielen? In der Ukraine ist das aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Unterricht findet online statt oder in Schulen unter der Erde, die zum Beispiel in ehemaligen U-Bahnstationen untergebracht sind. „Wir sehen eine Generation von Kindern, die im Untergrund aufwachsen“, sagt CARE-Krisenreporterin Sarah Easter im Interview auf Radio FM4. Sie hält sich derzeit in der Ukraine auf. „Ich habe mit einer Familie gesprochen, wo die Kinder jedes Mal nach Hause rennen, wenn die Sirenen vor einem Angriff warnen.“ Die psychischen Folgen des Aufwachsens im Krieg werden die Menschen in der Ukraine noch lange beschäftigen.

Jetzt in der Kälte des Winters machen weiten Teilen der Bevölkerung die Stromausfälle zu schaffen, die durch Angriffe auf die Infrastruktur des Landes ausgelöst werden. Oft gibt es nur drei oder vier Stunden am Tag Strom und damit auch nur in dieser Zeit Versorgung mit Wasser, Heizung oder Licht. In der Nacht bleiben viele Wohnungen von Familien dunkel. „Es hat wieder geschneit und es ist kalt. Die Leute sagen uns, in ihren Wohnungen hat es vier Grad“, berichtet Easter.

Vier Jahre russischer Angriffskrieg haben die Ukraine in eine anhaltende humanitäre Katastrophe gestürzt: Mehr als zehn Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, 3,7 Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben. „Die Bevölkerung kämpft nicht nur ums Überleben, sondern auch gegen unsichtbare Wunden – gegen Trauma, Verzweiflung und den Verlust von Lebensperspektiven“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich.

CARE unterstützt Familien mit Nothilfe und psychosozialer Beratung. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Avalyst bietet CARE Familien in den frontnahen Regionen psychosoziale Beratung in Form von Einzel- und Gruppengesprächen an. Frauen und Mädchen erhalten zudem Angebote zum Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt und Rechtsberatung. Mobile Teams fahren zu Menschen, die in abgelegenen Gebieten leben oder nur eingeschränkt oder gar nicht mobil sind. Damit die Hilfe auch langfristig wirkt, bildet CARE gezielt Freiwillige aus den Gemeinden sowie lokale Fachkräfte aus. Mitarbeiter:innen von Beratungsstellen, Gemeinden und Schutzeinrichtungen lernen, wie sie Anzeichen von Gewalt oder psychische Krisen frühzeitig erkennen und richtig darauf reagieren. Das schafft dauerhafte Strukturen vor Ort. Das Projekt wird von der Austrian Development Agency im Rahmen von International Partnerships Austria gefördert. Insgesamt sollen über 7.700 Projektteilnehmer:innen profitieren.

CARE leistet zudem gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen im Rahmen von NACHBAR IN NOT Unterstützung für die Menschen in der Ukraine. Weil die Gesundheitsversorgung im Osten des Landes zusammengebrochen ist und nur wenig medizinisches Fachpersonal zur Verfügung steht, ist die Bevölkerung auf mobile Einsatzteams angewiesen. Das betrifft vor allem Ältere und Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderung, die in abgelegenen Gebieten oft auf sich allein gestellt sind. Sie erhalten nicht nur individuelle Betreuung, sondern z.B. auch Hygieneartikel.

CARE-Krisenreporterin Sarah Easter berichtet aus der Ukraine. Foto: CARE

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