Vor der Weltklimakonferenz COP31 in Antalya fordert CARE verbindliche Finanzierungspläne, mehr Zuschüsse statt Kredite und einen konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie.
Die Mittel, mit denen sich Menschen an die Folgen der Klimakrise anpassen können, bleiben weit hinter dem Bedarf zurück. Vor der UN-Weltklimakonferenz COP31 in Antalya fordert die Hilfsorganisation CARE die Industrieländer – darunter auch Österreich – daher auf, ihre Versprechen endlich in konkrete Finanzierungszusagen umzusetzen.
Anpassung: Die Mittel reichen nicht aus
Laut UNEP Adaptation Gap Report 2026 benötigen Entwicklungsländer bis 2035 schätzungsweise 305 Milliarden US-Dollar jährlich für die Anpassung an den Klimawandel. Die auf der COP30 vereinbarte Verdreifachung der Anpassungsfinanzierung bis 2035 reicht dafür nicht aus. Zudem fehlt ein klarer Plan, wie die Mittel bereitgestellt werden sollen.
„Auf der COP31 muss sich der Fokus von Versprechen auf Umsetzung verlagern: Wie viel Geld fließt, wann ist es verfügbar – und erreicht es die Gemeinschaften, die es am dringendsten benötigen?“, sagt Marlene Achoki, Global Policy Lead für Klimagerechtigkeit bei CARE International.
Verluste und Schäden: „Anpassung hat Grenzen“
Der Fonds zur Bewältigung klimabedingter Verluste und Schäden bleibt massiv unterfinanziert: Zugesagt wurden lediglich 822 Millionen US-Dollar, eingezahlt nur 448 Millionen – bei einem geschätzten Bedarf von rund 400 Milliarden US-Dollar jährlich.
„Anpassung hat Grenzen. Das haben die verheerenden Überschwemmungen in Nepal im August deutlich gezeigt. Die Betroffenen dürfen mit den Folgen nicht alleingelassen werden und mitentscheiden können. Wir fordern Klimagerechtigkeit“, sagt Mona Sherpa, CARE-Länderdirektorin in Nepal.
1,5-Grad-Marke: Jeder Bruchteil eines Grades zählt
Trotz der auf der COP28 vereinbarten Abkehr von fossilen Energieträgern liegen die Emissionen weiterhin deutlich über dem Niveau, das mit dem 1,5-Grad-Ziel vereinbar wäre. Mrityunjoy Das, stv. Direktor für Klimaschutz bei CARE Bangladesch, warnt: „In Bangladesch schützen Mangroven Familien vor Stürmen, und Solarenergie ermöglicht Frauen, auch nach Sonnenuntergang zu arbeiten. Mit einer ungebremsten Erwärmung können diese Lösungen aber nicht Schritt halten.“
Die zentralen Forderungen von CARE
Klimafinanzierung: Wohlhabende Länder müssen darlegen, wie sie das auf der COP29 vereinbarte Ziel von 300 Milliarden US-Dollar jährlich erreichen. Bis 2035 sollen davon mindestens 120 Milliarden US-Dollar jährlich in die Anpassung fließen, überwiegend als Zuschüsse, damit gefährdete Länder nicht tiefer in die Verschuldung geraten.
Anpassung: Die Finanzierungslücke schließen und von Rahmenkonzepten zur Umsetzung übergehen. Die Mittel müssen gefährdete Gemeinschaften direkt erreichen und lokal gesteuerte, geschlechtergerechte Maßnahmen unterstützen.
Verluste und Schäden: Den Fonds planbar, öffentlich und überwiegend zuschussbasiert ausweiten, mit direktem und einfachem Zugang für Betroffene.
Klimaschutz: Klimapläne für 2035 nachbessern, erneuerbare Energien schneller ausbauen und die öffentliche Finanzierung fossiler Energien beenden.
Geschlechtergerechtigkeit: Den Gender-Aktionsplan von Belém mit angemessenen Ressourcen, klarer Rechenschaftspflicht und Beteiligung von Frauenrechtsorganisationen vollständig umsetzen.