Mehr Ernte mit Biodünger

Im Hochland des Bezirks Debark in Äthiopien entscheidet sich mit der Ernte alles. Ob Kinder zur Schule gehen, ob Vieh verkauft werden muss oder ob die Familie Hunger hat: Das alles hängt vom Ertrag der Felder ab.

Abeba Alemineh (35) ist Mutter von fünf Kindern. Sie bewirtschaftet ein kleines Stück Land nahe des Simien Mountains Nationalparks. Selbst wenn die Ernte gut war, fraßen die Kosten für chemischen Dünger wieder einen großen Teil ihrer Einnahmen auf. Für die Familie blieb wenig. Sie konnte auch keine Rücklagen bilden.

„Ich musste jedes Jahr Vieh oder Getreide verkaufen, nur um den Dünger zu bezahlen“, sagt Abeba. Reichte das nicht, schuftete sie als Tagelöhnerin. „Ich konnte nicht ständig meine Rinder verkaufen. Also fing ich an, Brennholz zu sammeln und zum Kauf anzubieten. Nur so konnte ich mir Schulhefte für die Kinder leisten.“ Ihre Familie hatte nur wenig zu essen.

Würmer bringen die Wende

Abeba nahm am CARE-Projekt RELIVES teil. Es wird durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die Umsetzung erfolgt durch CARE und ORDA Ethiopia. Das Ziel ist eine nachhaltige und inklusive Entwicklung für mehr als 150.000 Menschen.

Landwirtschaftliche Berater:innen brachten Abeba das Kompostieren durch den Einsatz von Würmern bei. Das ist eine natürliche Alternative zu teurem Kunstdünger. „Sie gaben uns Materialien zum Bau der Kompostkiste, brachten die Würmer und zeigten uns, wie wir sie pflegen.“ Die Wirkung war messbar: Auf Abebas Gerstenfeld verdoppelte sich der Ertrag.

Üppige Ernte im Küchengarten

Gleichzeitig blühte der Küchengarten in ihrem Hinterhof auf. Äpfel, Zwetschken, Spinat und Rote Rüben wachsen heute dort, wo einst nur ein Eukalyptusbaum stand. Der Verkauf von Gemüse und Obst bringt ein willkommenes Zusatzeinkommen.

Heute isst die Familie viermal täglich, mit Gemüse, Milch und Eiern. „Früher verkaufte ich Schafe für den Einkauf. Jetzt nutze ich das Gemüsegeld dafür.“ Nachbar:innen besuchen ihren Hof. Abeba berät sie aktiv und macht ihnen Mut zur Nutzung von Wurmkompost. „Wir haben eine deutliche Veränderung erlebt – auf unseren Feldern und in unserem Leben“, sagt sie.

Abeba bringt das "Gemüsegeld" willkommene Einnahmen. Foto: CARE

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