"Wir hoffen
wieder"

„In meiner Kindheit war die Erde hier fruchtbar“, erinnert sich Melakebirhan Abow Mengesha (40). Er lebt im Hochland von Sakba Kebele im äthiopischen Südgondar. „Es gab keinen Hunger, keine Migration. Der Regen kam pünktlich.“ Doch die Bevölkerung wuchs. Zugleich nahm die Natur Schaden, weil sich Abholzung, Bodenerosion und Überweidung breit machten. „Die Ernteerträge gingen zurück, unser Vieh verlor Weideland, Wasserquellen trockneten aus.“ Junge Menschen wanderten ab und zogen in Städte wie Addis Abeba . „Familien verkauften ihr Vieh, nur um zu überleben“, erzählt Melakebirhan.

Dann kam ein CARE-Projekt in seine Region und brachte die lang ersehnte Veränderung. Alles begann mit Dialog: Alle im Dorf kamen zusammen und suchten nach Lösungen. „Wir diskutierten die Probleme und entschieden gemeinsam, welches Land geschützt werden sollte“, sagt Melakebirhan. Das Projekt RELIVES  wird von der Austrian Development Agency im Rahmen von International Partnerships Austria finanziert sowie von CARE Äthiopien gemeinsam mit ORDA Äthiopien umgesetzt. Das Projekt unterstützt die Gemeinden in der Region dabei, ihre Lebensgrundlagen zu sichern und die Natur langfristig zu schützen.

Gemeinsam wächst Neues

Mit RELIVES wurden Bäume gepflanzt, Weideland erholte sich. Verbesserte Saatgutsorten und Wurmkompost stellten die Landwirtschaft neu auf. „Durch den Einsatz der Kompostwürmer hat sich meine Ernte verdreifacht“, sagt Melakebirhan stolz. Auch Kartoffeln, die zuvor kaum angebaut wurden, bekamen eine Chance und bestanden den Test. Von da an wurden auch Kartoffeln gepflanzt. Das Verhältnis zum nahen Nationalpark „Simien Mountains“ wandelte sich. „Früher hassten die Menschen den Park, es gab Kämpfe mit den Wächtern. Jetzt gibt es keine illegale Beweidung mehr. Die Gemeinschaft besitzt das Naturschutzgebiet. Wir wollen sogar seine Erweiterung.“

Heute blicken die Menschen in Sakba optimistisch in die Zukunft. RELIVES ist ein großer Erfolg und ist nun in der weiten Phase. „Auch wenn das Projekt endet, werden wir weiterführen, was wir begonnen haben“, sagt Melakebirhan. „Jetzt wissen wir, wie wir unser Land schützen können.“

Lächelnder Bauer mit Schaufel in bergiger Region, traditionelle Kleidung mit weißem Turban Lächelnder Bauer mit Schaufel in bergiger Region, traditionelle Kleidung mit weißem Turban

Melakebirhan ist stolz, dass sich sein Dorf nun gemeinsam für Nachhaltigkeit und den Schutz von Ressourcen einsetzt.

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