Salz im
Trinkwasser

Wasser überall: Doch trinken kann man es nicht

In Ruhita, einem Dorf an der Küste im Südwesten von Bangladesch, ist Wasser, wohin man blickt. Und trotzdem fehlt es. Meerwasser sickert in Brunnen und Flüsse und macht das Trinkwasser ungenießbar und gefährlich für die Gesundheit.

Für Frauen hat das gravierende Folgen. „Die Probleme nehmen zu: Hautkrankheiten, Cholera, Durchfall, Fehlgeburten“, sagt Rahima Begum, Fischerin und Vorsitzende einer Frauengruppe.

Zwei Kilometer Fußmarsch für einen Behälter Trinkwasser

Nach Angaben der Weltbank waren vor zehn Jahren rund sechs Millionen Menschen an der Küste hoher Salzbelastung ausgesetzt. Doch diese Zahl steigt. Bis 2050 könnten es 13,6 Millionen sein.

Rahima und die anderen Frauen gehen fast zwei Kilometer, um trinkbares Wasser zu holen. „Wasser zu tragen ist schwer und mühsam. Manchmal belästigen uns Männer auf dem Weg. Wir fühlen uns nicht sicher.“

Der Klimawandel verschärft so die Last und die Ungleichheit und Ungerechtigkeit, die Frauen ohnehin tragen.

Körperliche Symptome zeigen sich zuerst bei ihnen. „Ich habe fast mein ganzes Leben im Salzwasser verbracht – beim Fischen, beim abendlichen Baden, sogar beim Abwasch“, erzählt Rahima. Während der Menstruation verursachen mit Salzwasser gespülte Stofftücher Schmerzen. Die Lebensbedingungen sind schwierig. Da wächst der Druck, Mädchen früh zu verheiraten.

Gemeinsam laut werden

Rahima leitet die Payra Women’s Development Group und nimmt am CARE-Programm „Women Lead in Emergencies“ teil.

„Früher konnte ich nicht einmal allein das Haus verlassen. Ich durfte nicht mit Leuten reden oder zu Hause Entscheidungen treffen. Jetzt verschaffen wir uns gemeinsam ohne Angst Gehör!“ Ihre konkrete Forderung lautet, die Wasseraufbereitungsanlage zu reparieren, die einst etwa 150 Familien mit Trinkwasser versorgte.

Vor der UN-Klimakonferenz COP31,  die am 9. November in der Türkei beginnt, richtet sie eine Botschaft an die Mächtigen: „Schaut auf die Menschen in dieser kleinen, abgelegenen Ecke von Bangladesch! Wir leben mit dem Salzwasser und dem ständigen Wechsel der Gezeiten. Wir brauchen Chancen und Unterstützung!“

Frau mit Kind am Arm geht durch schlammige Gasse zwischen einfachen Häusern, Wäsche hängt zum Trocknen Frau mit Kind am Arm geht durch schlammige Gasse zwischen einfachen Häusern, Wäsche hängt zum Trocknen

Rahima kämpft dafür, dass eine Wasseraufbereitungsanlage, die früher 150 Familien mit Trinkwasser versorgte, repariert wird. Foto: Agnès Dherbeys/MYOP

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Warum ist der Anstieg des Meeresspiegels ein Problem in Bangladesch?

In Küstengebieten dringt Salzwasser ein und erschwert den Zugang zu Trinkwasser. Es schädigt die Landwirtschaft und bedroht die Lebensgrundlagen der Menschen. Der Salzgehalt des Wassers kann auch gesundheitliche Folgen für diejenigen haben, die ihm ausgesetzt sind.

Warum sind Frauen besonders vom Klimawandel betroffen?

Frauen übernehmen oft einen erheblichen Anteil der Aufgaben, die mit der Versorgung ihrer Familien mit Wasser zusammenhängen. Wenn Wasser schwieriger zu finden ist, nehmen die Entfernungen, die sie zurücklegen müssen, zu. Damit brauchen sie mehr Zeit für diese Aufgabe. Auf dem Weg sind sie auch Risiken für ihre Gesundheit und Sicherheit ausgesetzt.

Was kann getan werden, um den Klimawandel zu bekämpfen?

Um den Klimawandel zu bekämpfen, müssen wir in erster Linie die Treibhausgasemissionen reduzieren und den Übergang zu saubereren, erneuerbaren Energiequellen beschleunigen. Wir müssen Wasserressourcen schützen, Ökosysteme bewahren und die am stärksten gefährdeten Regionen unterstützen.

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