CARE-Krisenreport

Es ist der zehnte Report über vergessene Krisen, den CARE Anfang 2026 veröffentlicht hat. „Wir haben eine steigende Anzahl an Kriegen, Krisen und Menschen, die humanitäre Hilfe benötigen. Zugleich sinken die finanziellen Mittel“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich, im Österreichischen Rundfunk (ORF). Sie ist in der Sendung „Guten Morgen Österreich“ bei Moderatorin Eva Pölzl zu Gast und spricht im Interview über den CARE-Krisenreport.

„Es ist ein trauriges Dokument, aber es ist auch ein Dokument, das viel Aufmerksamkeit schafft für 43 Millionen Menschen. So viele Menschen sind es nämlich, die in diesen zehn im Vorjahr am wenigsten berichteten humanitären Krisen leben. Und insofern ist der Report kein trauriges Dokument, weil es gibt ein großes mediales Echo europaweit darauf. Und wir wissen, es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Sichtbarkeit und Kennen des Problems und der Verfügbarkeit von privaten Spenden, aber auch von institutionellen Geldern, wie zum Beispiel von der Europäischen Union.

Eva Pölzl: „Warum findet eine Krise, eine Hungersnot, eine Klimakrise in Afrika einfach nicht die so viel Aufmerksamkeit? (…) Wahrscheinlich, weil es uns nicht alle so betrifft.“

Andrea Barschdorf-Hager: (…) Es ist zutiefst menschlich, dass wir uns für Hochzeiten, neue Alben oder Moderator:innen interessieren. Und wir brauchen auch gute, leichte Nachrichten. Die Krisen steigen. Die Menschen brauchen mehr Hilfe, die Gelder werden immer weniger und man hat auch einen gewissen Ermüdungseffekt. Es gibt ja Menschen, die kennen Sie vielleicht auch, die sagen ich schaue gar keine Nachrichten mehr, weil ich kann eh nichts machen. Und das ist genau, wo wir weg müssen. Man kann jede Menge machen und wenn wir nichts machen, dann riskieren wir, dass diese Krisen stärker eskalieren, große Migrationsströme entstehen und alles noch schlimmer wird.

Deshalb widmet sich auch die Europäische Union, die zurzeit der wichtigste Geldgeber weltweit für humanitäre Hilfe ist, diesem Thema. Ich habe ganz aktuelle Zahlen aus dem Vorjahr – da ist fast ein Drittel des humanitären Budgets der EU an sogenannte vergessene Krisen gegangen. Die haben da einen Pool von zwanzig Ländern. Die machen das ein bisschen anders als wir. Aber es sind auch die meisten Länder in Subsahara-Afrika. Und wir sollten uns nicht an Dinge gewöhnen, sondern wir sollten im eigenen Interesse den Menschen vor Ort helfen.“

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Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich.

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Andrea Barschdorf-Hager (l.) im ORF-Interview mit Eva Pölzl.

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