Süße Aussichten
auf Erträge aus Honig

Süße Aussichten: Imker in Burkina Faso arbeiten nicht mehr im Dunkeln

Die Schutzanzüge sitzen, das Räuchergerät qualmt. Boureima und Oumarou Kamate nähern sich ihren Bienenstöcken. Vor zwei Monaten wurden sie aufgestellt. Nun wollen die beiden wissen, wie die Bienen ihr neues Zuhause angenommen haben.

Früher wäre dieser Besuch am Tag undenkbar gewesen. „Wir haben die Stöcke nur nachts geöffnet, weil wir uns nicht anders zu helfen wussten“, sagt Boureima. Ohne Schutzkleidung war Dunkelheit ihr einziger Schutz vor Stichen. Sicher war das nicht, und sauber erst recht nicht. „Im Dunkeln sieht man nicht, was in den Honig fällt“, erklärt Oumarou.

Wie in vielen ländlichen Gemeinden Burkina Fasos ist die Imkerei auch in der ländlichen Region um Datoma eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle für Familien. Doch die Methoden waren bis vor kurzem weitgehend traditionell. Das CARE-Projekt TALISOC änderte das mit Unterstützung der Austrian Development Agency (ADA)  im Rahmen von International Partnerships Austria. Produzenten aus zwei Dörfern erhielten Schulungen, Betreuung vor Ort und Ausrüstung. Sie bekamen Schutzanzüge, Räuchergeräte, Kübel mit Abdeckung und Bienenstöcke.

Gute Zeichen am Bienenstock

Am Standort prüft das Duo jeden Stock. Bienen fliegen ein und aus, der Zustand stimmt, mögliche Hindernisse werden beseitigt. „Die Stöcke entwickeln sich gut“, stellt Boureima zufrieden fest. „In etwa einem Monat können wir zum ersten Mal ernten.“ Erwartet werden rund 35 Liter Honig, fast 40 Prozent mehr als üblich. „Das ist für uns eine Menge“, sagt Oumarou. „Mit dem Erlös können wir mehr für unsere Familien tun.“ Dann lacht er: „Und wir arbeiten endlich bei Tageslicht und ohne Angst!“

Im Projekt TALISOC geht es um nachhaltige Entwicklung. Die Produzenten sollen ihre landwirtschaftlichen Fähigkeiten stärken, unter besseren Bedingungen arbeiten und ihre Haushaltseinkommen langfristig absichern. Boureima hat noch viel vor: „Wir wollen weitermachen und mehr Stöcke aufstellen.“

Die Menschen in Burkina Faso leben seit fast zehn Jahren in einer humanitären Krise. Der Klimawandel trägt dazu bei, dass sich die Situation für viele noch weiter verschlechtert. Der Großteil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Das Projekt hat die langfristige und nachhaltige Verbesserung der Lebensumstände zum Ziel. Es wird von der Austrian Development Agency im Rahmen von International Partnerships Austria gefördert.  

Hinweis: Die Zitate der Imker stammen aus einem Video und wurden sinngemäß erstellt.

Zwei Imker in weißen Schutzanzügen mit Netzhauben stehen im grünen Wald. Der linke hält einen weißen Eimer mit CARE-Logo und dem Hinweis „Soutenu par la Coopération Autrichienne pour le Développement“, der rechte eine Smoker-Rauchpfeife. Zwei Imker in weißen Schutzanzügen mit Netzhauben stehen im grünen Wald. Der linke hält einen weißen Eimer mit CARE-Logo und dem Hinweis „Soutenu par la Coopération Autrichienne pour le Développement“, der rechte eine Smoker-Rauchpfeife.

Die Imker können in Schutzkleidung nun auch tagsüber am Bienenstock arbeiten. Foto: CARE

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