CARE-Paket®: „Es war wie Weihnachten“

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Renate Sainitzer hatte keinen leichten Start ins Leben. Als sie gerade einmal fünf Jahre alt war, wurde sie zur Vollwaise. Ihre Eltern hatten im Dunkel des Nationalsozialismus enormen Mut bewiesen und ihren Einsatz als Widerstandskämpfer mit dem Leben bezahlt.

In den darauffolgenden entbehrungsreichen Jahren wuchs Renate Sainitzer bei den Großeltern in Währing auf. Die Nachkriegszeit war geprägt von Armut. Im Wiener Stadtpark bauten die Menschen Kartoffeln an, der Schwarzmarkt florierte. Man musste sich, wie Frau Sainitzer es nennt, „irgendwie durchwurschteln“. Doch das Gefühl von Mangel war ihr damals fremd: „Wir waren Kriegskinder. Wir kannten es nicht anders“, erzählt die heute 84-Jährige.

Die CARE-Pakete®, Hilfslieferungen aus den USA, waren in dieser Zeit ein Lichtblick für die damalige Schülerin. Noch heute erinnert sie sich lebhaft und mit einem Lächeln daran: „Es war immer ein besonderer Tag in der Schule, wenn ein CARE-Paket® auf dem Katheder stand, denn das hieß, dass wir Kinder eine Überraschung bekommen, dass es Geschenke gab.“ Und sie fügt hinzu: „Kam ein Paket an, war es für uns jedes Mal ein Ereignis wie Weihnachten.“

Die Lehrerin achtete streng auf eine gerechte Verteilung: Lebensmittelkonserven, Fett, Zucker, Mehl, Schokolade oder damals völlig unbekannte Dinge wie Fertigsuppenmischungen gingen vorrangig an die Kinder, die sichtlich Hunger litten. Diese Erfahrung unkomplizierter, rettender Hilfe aus der Ferne hat Renate Sainitzer ein Leben lang begleitet.

Heute, viele Jahrzehnte später, möchte sie diese Hilfe zurückgeben und spendet deshalb regelmäßig an CARE: „Weil ich der Organisation aus eigener Erfahrung vertraue.“ Sainitzer weist darauf hin, dass es auch heute noch unfassbar viel Not in der Welt gibt und dass genau in diesem Moment Menschen anderswo dringend auf Hilfe angewiesen sind. Sie ist überzeugt: „Auch wenn es für den Einzelnen vielleicht immer nur eine Kleinigkeit ist, die man tun kann, so macht diese doch einen Unterschied.“

Geprägt durch das tragische Schicksal ihrer mutigen Eltern ist es Frau Sainitzer ebenso ein Herzensanliegen, die Erinnerung wachzuhalten. Sie betont immer wieder, wie wichtig es ist, der heutigen Generation davon zu erzählen, wie es früher war: „Wir müssen hinsehen, unsere Stimme erheben und Ungerechtigkeiten ansprechen – und zwar, bevor es zu spät ist“, sagt Renate Sainitzer.

 

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