Dürre führt zu Hungerkrise

„Abaartii Oomaan“ – „die schwere wasserlose Dürre“: So bezeichnen somalische Gemeinden die aktuelle Dürre, die die Ernährungskrise im Land massiv verstärkt. „Wenn eine Dürre einen Namen bekommt, sagt das viel darüber aus, wie ernst die Menschen die Lage einschätzen“, sagt Ummy Dubow, CARE-Länderdirektorin in Somalia.

Somalia hat sich kaum von der schweren Dürre 2021 bis 2023 erholt. Viele Familien konnten ihre Herden nicht wieder aufstocken und ihre aufgebrauchten Ersparnisse nicht wiederaufbauen. Hinzu kommen massive Kürzungen bei der humanitären Hilfe – mit dramatischen Folgen: Die Zahl der Menschen, die hungern, steigt derzeit rasant an.

Laut einem neuen IPC-Bericht (Integrated Food Security Phase Classification) waren im Jänner rund 4,8 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Bis März könnte diese Zahl auf 6,5 Millionen steigen – das sind fast doppelt so viele wie noch vor einem Jahr.

Besonders alarmierend ist die Lage der Kinder: Mehr als 1,8 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind von akuter Mangelernährung bedroht. Das macht sie stärker anfällig für Krankheiten und erhöht ihr Sterberisiko erheblich.

Dürre in Somalia verstärkt Hungerkrise Dürre in Somalia verstärkt Hungerkrise

Mehr als 1,8 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind von akuter Mangelernährung bedroht. Foto: CARE

Dürre zerstört Lebensgrundlagen

Für Familien wie jene von Xaawo Maxamed Jama hat die Dürre die wichtigste Quelle für Essen und Einkommen zerstört. „Bevor die Dürre so schlimm wurde, waren unsere Tiere gesund und kräftig“, sagt sie. „Jetzt sind sie schwach und sterben. Es gibt weder Gras noch Wasser. Wir haben Angst, alles zu verlieren.“

In den Regionen Puntland, Somaliland sowie Zentral- und Südsomalia verendet Vieh, Ernten fallen aus und Lebensmittelpreise steigen stark an. Familien verkaufen ihre letzten Tiere und lassen Mahlzeiten aus. In konfliktbetroffenen Regionen erschweren Unsicherheit und Zugangsbarrieren die Bereitstellung von lebensrettender Hilfe.

„In den Gebieten, in denen wir arbeiten, beobachten unsere Teams und Partnerorganisationen, wie Tierherden dezimiert werden und Kinder sichtbare Anzeichen von Auszehrung zeigen. Manche Familien legen auf der verzweifelten Suche nach Wasser bis zu 30 Kilometer zu Fuß zurück“, sagt Dubow. „Die Situation ist besonders dramatisch für Frauen und Mädchen, die als Letzte essen und als Erste leiden, wenn Essen knapp wird.“

Humanitäre Finanzierung auf Tiefstand

Gleichzeitig sind die Mittel für humanitäre Hilfe in Somalia stark zurückgegangen. Hilfsorganisationen mussten Nahrungsmittel- und Ernährungshilfe für Kinder und Mütter, Wasserversorgung sowie medizinische Nothilfe reduzieren. „Der Hilfsplan der Vereinten Nationen für Somalia ist auf einem der niedrigsten Finanzierungsstände seit Jahren“, warnt Dubow. Ohne eine rasche Aufstockung der Mittel wird sich die Hungerkrise in den kommenden Monaten – insbesondere zum Höhepunkt der Trockenzeit bis März – weiter zuspitzen.

CARE ruft Geberländer auf, umgehend mehr Mittel für humanitäre Hilfe bereitzustellen, besonders für lokale und von Frauen geführte Organisationen. Darüber hinaus fordert CARE einen sicheren und ungehinderten Zugang für Hilfsorganisationen.

So hilft CARE: Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen – darunter WASDA Somalia, Save Somali Women and Children (SSWC) und Daryeel Bulsho Guud (DBG) – leistet CARE Hilfe für Familien in den Regionen Sool, Sanaag, Togdheer, Mudug, Galgadud, Banadir, Bari, Lower Jubba, Nugal und Gedo. CARE stellt Notfallwassertransporte, Hygienemaßnahmen und Gesundheitsversorgung bereit, unterstützt Familien mit Bargeldhilfe und bietet Schutzmaßnahmen für Überlebende von Gewalt gegen Frauen und Mädchen – einschließlich sicherer Räume und sogenannten Dignity-Kits.

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