„Am schwierigsten
ist die Ungewissheit“

Zum Inhalt scrollen

Aye Myint*, alleinerziehende Mutter von sechs Kindern, verlor während des Erdbebens in Myanmar ihr Zuhause. Ihre Familie überlebte, doch das wenige, was sie besaßen, wurde zerstört. „Nach dem Erdbeben wurden wir von Regen und Wind heimgesucht. Unser Zelt steht direkt auf dem Boden, sodass das Wasser von oben und von den Seiten eindrang“, berichtet sie. Um trocken zu bleiben, verbrachte die Familie die Regennächte in einem nahegelegenen Kloster. Tagsüber ist die Hitze unerträglich: „Wir haben nichts, um uns abzukühlen, außer unsere Hände, mit denen wir uns Luft zufächeln.“

Am meisten quält Aye die Ungewissheit: „Ich weiß nicht, wie lange das noch so weitergeht. Es ist schwer zu akzeptieren, dass das Zelt jetzt unser Zuhause ist. Mein Haus muss repariert werden. Daneben befindet sich ein schwer beschädigtes Gebäude, das zu kippen droht. Ich kann erst zurückkehren, wenn es abgerissen ist.“

Notunterkunft nach Erdbeben in Myanmar mit Frauen und Kindern auf Bodenmatten ruhend Notunterkunft nach Erdbeben in Myanmar mit Frauen und Kindern auf Bodenmatten ruhend

Aye Myint mit einer ihrer Töchter in der provisorischen Notunterkunft. Foto: CARE

Seit dem verheerenden Erdbeben in Südostasien leben viele Familien in Myanmar immer noch unter freiem Himmel oder in provisorischen Unterkünften – ohne ausreichend Zugang zu sauberem Wasser, Nahrung, Schutz oder Privatsphäre. Die Not der Menschen in den betroffenen Regionen ist enorm.

Laut einer Bedarfsanalyse von CARE und seinen lokalen Partnern in Mandalay, dem südlichen Shan-Staat und Sagaing sind es besonders Frauen und Mädchen, die unter den Folgen der Katastrophe leiden. Das Leben in überfüllten Notunterkünften und der Verlust von Privatsphäre bergen immense Belastungen, erklärt Arif Noor, CARE-Länderdirektor in Myanmar: „In Mandalay berichteten uns knapp 60 Prozent der Befragten von Gewalt oder Belästigung gegenüber Frauen und Mädchen. Doch nur ein Viertel wusste, wo sie Hilfe finden können.“

Auch für Menschen mit Behinderungen sei der Zugang zu Unterstützung eingeschränkt. „Wiederaufbau darf nicht bedeuten, nur Häuser zu bauen. Es geht darum, Würde, Schutz und Sicherheit wiederherzustellen – gerade für vertriebene Frauen und Mädchen“, sagt Noor.

CARE leistet lebensrettende Nothilfe

Mit der anstehenden Monsunzeit wächst die Sorge vor einer Verschlechterung der Lage. In der Vergangenheit führten starke Regenfälle in Mandalay und Sagaing zu Überschwemmungen, die Infrastruktur und Landwirtschaft beschädigten. CARE hat deshalb wichtige Vorbereitungen getroffen: Es wurde vor Ort ein Koordinierungsbüro eröffnet, Hilfsgüter eingelagert und der Zugang zu Trinkwasser verbessert.

RS121612_MM shelters

Angesichts des bevorstehenden Monsuns steigt die Gefahr von Überschwemmungen, die erneut zur Vertreibung vieler Menschen führen könnten. Foto: CARE

RS121598_Relief

Gezielte Nothilfe: CARE verteilt lebensrettende Hilfsgüter an Familien in Myanmar. Foto: CARE

CARE plant, in den kommenden Monaten 100.000 Menschen in Myanmar mit lebensnotwendiger Hilfe zu unterstützen. Gemeinsam mit lokalen Partnern werden Notunterkünfte, Lebensmittel, Hygieneartikel, Bargeld und medizinische Unterstützung bereitgestellt. Gezielte Maßnahmen wurden umgesetzt, um Frauen und Mädchen zu schützen.

Dennoch bleibt der Bedarf immens. Myanmar gehört zu den am schlechtesten finanzierten humanitären Krisen weltweit. Zahlreiche abgelegene Dörfer sind weiterhin schwer erreichbar, und zusätzliche Mittel werden dringend benötigt, um die Menschen zu schützen.

*Name zum Schutz der Person geändert

Sie wollen vom Erdbeben betroffenen Familien helfen?

Dann unterstützen Sie unsere Nothilfe mit Ihrer Spende!

Spenden Sie jetzt!

Zurück nach oben