Auf der Flucht bei Minusgraden: In Qamishli haben Familien einen Unterschlupf in einer früheren Schule gefunden. In den kargen Klassenzimmern haben sie nun wenigstens einen Platz zum Schlafen. Die meisten kommen aus Aleppo. Sie mussten wegen der jüngsten Auseinandersetzungen die Stadt verlassen. Viele stehen erneut vor dem Nichts.
„Unterwegs haben wir Abfälle vom Boden aufgesammelt und verbrannt, nur um ein bisschen Wärme zu spüren“, sagt Umm Ahmad (38), Mutter von vier Kindern. „In den ersten Nächten wachten die Kinder wegen der Kälte auf. Wir hielten sie fest und flüsterten mit ihnen, um sie zu beruhigen.“ Umm Ahmad zeigt den Raum, in dem sie zu sechst untergekommen sind. Sie schlafen auf dünnen Matratzen am Boden um einen kleinen Ofen. Die Wände sind feucht. Kälte dringt durch undichte Fenster.
Finanziert durch die EU leistet CARE für Familien in Syrien Nothilfe. Menschen, die zu Beginn des Jahres vertrieben wurden, erhalten Bargeld, um mit den harten Lebensbedingungen im Winter und der erneuten Vertreibung fertig zu werden. Insgesamt sollen rund 1.130 Familien diese Unterstützung erhalten. Sie soll Grundbedürfnisse wie Heizung, Unterkunft und kleine tägliche Ausgaben abdecken. Lesen Sie hier mehr.
Umm Ahmad sagt, dass sie einen Teil der Bargeldhilfe für Winterkleidung für die Kinder verwenden wird. Sie braucht auch Öl oder Reis, um kochen zu können. In der Notunterkunft ist Brot das einzige Essen, das sie für ihre Familie bekommt. Andere Geflüchtete helfen mit ein wenig Nahrung für die Kinder aus. Nach Jahren im Krieg ist ihre Zukunft wieder ungewiss.
Bery (2) hat in ihrer Kindheit bis jetzt vor allem Krieg, Vertreibung und Entbehrungen erlebt. Sie kennt kein anderes Zuhause als die Notunterkunft. Foto: Ahmed Oumari/CARE
In diesem ehemaligen Klassenzimmer schlafen sechs Menschen auf dünnen Matratzen am Boden. Foto: Ahmed Oumari/CARE
Umm Ahmad wird mit der Bargeldhilfe Winterjacken für ihre Kinder kaufen. Foto: Ahmed Oumari/CARE