Frauen im Krieg

Weltweit leben mehr als 670 Millionen Frauen in einem Umkreis von 50 Kilometern zu einer Konfliktzone – mehr als doppelt so viele wie in den 1990er-Jahren. Entgegen verbreiteter Vorstellungen sind Frauen in Krisensituationen nicht unsichtbar oder vor allem Opfer, sondern nehmen aktiv führende Positionen ein und treiben den Wiederaufbau voran. Das zeigt ein Bericht von CARE. 

Der Blick auf die Lebensbedingungen von Frauen im Krieg erhält dieser Tage neue Aktualität mit der Ausweitung der Eskalation im Nahen Osten. Im Libanon zum Beispiel ist die Bevölkerung erneut mit Vertreibung, Verlusten und anderen Folgen der Gewalt konfrontiert. „Frauen und Mädchen sind in dieser Situation besonders einem Risiko ausgesetzt“, sagt Michael Adams, Länderdirektor von CARE im Libanon.

Der Bericht* von CARE basiert auf Umfragen aus 15 Konfliktländern, darunter Ukraine, Jemen, Kolumbien, Syrien und Gaza. Von den 13.000 befragten Frauen gaben 91 Prozent an, aktiv dazu beizutragen, ihre Gemeinschaften zu unterstützen – besonders bei der Sicherung der Lebensgrundlagen. Sie helfen Flüchtlingen mit Essen und Unterkünften, sie sind Alleinversorgerinnen ihrer Familien und setzen sich gemeinsam für positive Veränderungen ein. 79 Prozent der Frauen suchen Wege, ihr Lebensumfeld sicherer zu machen, 71 Prozent der Frauen leisten Hilfe im Bereich Gesundheit.

Insgesamt arbeiten Frauen in Kriegen und Krisen unter großen Anstrengungen daran, die Lebensbedingungen zu verbessern. Die Anerkennung dieser führenden Rolle von Frauen auf dem Weg zum Frieden ist längst überfällig.

Stimmen von Frauen aus dem Bericht:

„Wir haben hunderten Haushalten geholfen. Dank unserer Gruppen haben verzweifelte Familien, die auf der Flucht vor dem Konflikt alles verloren hatten, Zugang zu Lebensmitteln. Wir haben nicht gewartet, wir haben sofort Hilfe geleistet. Hätten wir gewartet, hätten einige dieser Vertriebenen nicht überlebt“, berichtet eine Frau aus Mali.

„Frauen nehmen die Rolle ein, die früher Männer hatten“, sagt eine Frau aus Somalia. „Wir haben keine andere Wahl als unser Leben zu riskieren, um zu überleben. Es ist besser zu sterben, während man sich bemüht, seine Familie zu versorgen, als sie hungern zu sehen“, meint eine Frau aus Nigeria.

„Angesichts der Bedrohung und des Mangels fand ich Stärke in der Solidarität unter Frauen“, sagt eine Frau aus Gaza. Die Frauen in ihrem Netzwerk helfen anderen Frauen, wenn diese keinen Zugang zu Hilfsgütern haben.

„Jede Frau sollte Bildung erhalten. Als ich lernte, den Namen meiner Tochter zu lesen, war das der glücklichste Moment in meinem Leben“, erzählt eine Frau aus Syrien. „Ich bin stolz darauf, dass ich lesen kann. Und ich bin stolz auf meine Kinder, denn sie haben mich motiviert, eine Ausbildung zu machen.“

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht.

Methodik: In den letzten mehr als zehn Jahren hat CARE mit seinen Rapid Gender Analyses (seit 2013) und seinen Women Respond Reports (seit 2020) eine Vielzahl von Aussagen und Perspektiven von Frauen auf der ganzen Welt gesammelt, um zu untersuchen, wie sie Krisen erleben und führen. Der Bericht „Women in War“ stützt sich auf einen Großteil dieser Forschung sowie auf öffentlich zugängliche Datensätze. 

* Die Erhebungen für den Bericht fanden 2024 statt.

GazaYousef RuzziCARE

"Wir verteilen Hilfsgüter an Frauen, die alleine für ihre Familien sorgen", berichtet eine Frau aus Gaza. Foto: Yousef Ruzzi/CARE

MaliStudio FulanyCARE

"Wir haben nicht gewartet. Wir haben Geflüchteten sofort geholfen", sagt eine Frau aus Mali. Foto: Studio Fulany

UkraineCARERomanYeremenko

"Ich muss stark sein." Wie Victoria arbeiten viele Frauen in der Ukraine in der Verteilung von Hilfsgütern. Foto: Roman Yeremenko/CARE

SyriaHananCAREMohamad Shaker

"In meiner Kindheit durfte ich nicht in die Schule. Als ich als Mutter lesen lernte, war das der glücklichste Tag meines Lebens", berichtet eine Frau aus Syrien. Foto: Mohamad Shaker/CARE

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