Gaza: Zivile Helferin getötet, Gesundheitszentrum zerstört

Humanitäre Hilfe in Kriegsgebieten ist lebenswichtig – und leider kann sie auch Leben kosten. In Gaza zeigt sich derzeit das dramatische Ausmaß dieser Gefahr. Helfer:innen und Gesundheitspersonal werden im Konflikt nicht verschont, medizinische Einrichtungen werden zu Zielen erklärt und zerstört. Seit Oktober 2023 wurden über 540 humanitäre Helfer:innen getötet, mehr als 720 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen dokumentiert. Obwohl das humanitäre Völkerrecht sie schützen sollte, müssen Menschen täglich ihr Leben riskieren, um zu helfen.

Eine von ihnen war Tasneem Shublaq. Sie arbeitete als Psychologin für „Juzoor for Health and Social Development“, eine Partnerorganisation von CARE. Bei einem Luftangriff, der ihr Wohnhaus traf, wurde Tasneem mit ihren beiden Kindern, fünf und drei Jahre alt, in Gaza-Stadt getötet. Sie war 27 Jahre alt und schwanger. Ihr Mann wurde schwer verletzt.

Bei einem weiteren Luftangriff in Gaza-Stadt am Montag, dem 22. September, wurde das Al-Samer Medical Center zerstört.  Es wurde von der Palestinian Medical Relief Society (PMRS) betrieben, die ebenfalls eine Partnerorganisation von CARE ist. Das Zentrum versorgte täglich zwischen 700 und 1.000 Patient:innen. Es war eines der wenigen verbliebenen Gesundheitszentren in der Region. Die Zerstörung des Al-Samer-Zentrums folgt auf Angriffe auf drei Kliniken von PMRS allein in den letzten drei Wochen.

Die Mitarbeitenden des Al-Samer-Zentrums mussten das Gebäude innerhalb von 30 Minuten räumen. Es blieb keine Zeit, wichtige medizinische Geräte zu sichern. „Alle rannten raus, und etwa eine halbe Stunde später wurde das Gebäude getroffen“, berichtet ein Mitarbeiter von PMRS. „Wir griffen, was wir tragen konnten, und liefen. Wir konnten fast nichts in Sicherheit bringen.“

Der Tod von Tasneem und die Zerstörung der Gesundheitseinrichtung zeigen, dass es für Helfende und die Zivilbevölkerung in Gaza keinen ausreichenden Schutz gibt.

„Tasneem und ihre Kinder hätten gerettet werden können, wenn diese Angriffe gestoppt worden wären”, sagt Jolien Veldwijk, Landesdirektorin von CARE Palästina (Westjordanland und Gaza). „Wir stehen an der Seite unserer Partner und Teams, die in Gaza-Stadt bleiben und alles riskieren, um zu helfen. Wir wiederholen unsere Forderung, den Verpflichtungen des humanitären Völkerrechts nachzukommen, die zum Schutz der Zivilbevölkerung, von humanitärem Personal und wichtiger humanitärer Infrastruktur wie Gesundheitseinrichtungen verpflichten. Wir sprechen Tasneems Familie, ihren Freund:innen und Kolleg:innen unser tiefstes Beileid aus und wünschen ihrem Ehemann eine schnelle Genesung. Wir werden unsere Partner weiterhin dabei unterstützen, den Menschen in Gaza zu helfen.“

CARE Österreich verurteilt zutiefst den brutalen Terrorangriff auf Israel vom 7. Oktober 2023 sowie jegliche Gewalt gegen Zivilbevölkerungen. CARE fordert die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts durch die Konfliktparteien, den ungehinderten Zugang von humanitärer Hilfe und die Freilassung aller Geiseln. Die Arbeit von CARE orientiert sich ausschließlich am humanitären Mandat und den Menschenrechten.

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