Vom Garten zum
Familienbetrieb

Schon als Kind liebte Refiqe Aliu das Wachsen und Gedeihen. „Ich habe immer gerne Gemüse angebaut und mich um Obstbäume gekümmert“, sagt sie. Gemeinsam mit Mann und Sohn zog sie zunächst Gemüse für den Eigenbedarf. „Verkaufen wollten wir anfangs gar nichts. Wir wollten einfach frisch und gesund essen.“

Die Chance, mehr aus ihrem Talent für den Anbau von Gemüse zu machen, kam mit dem CARE-Projekt AKWA. Refiqe wurde gefördert und konnte ihre Felder um ein Gewächshaus von 50 Quadratmetern Größe ergänzen. „Plötzlich konnten wir mehr und unter besseren Bedingungen anbauen“, erzählt sie. Heute wachsen auf dem Hof Paprika, Gurken, Tomaten und Salat, dazu Äpfel, Pflaumen, Pfirsiche und Marillen. Nachbar:innen und Kundschaft aus der Umgebung kaufen direkt bei ihr. Die Ernte steigerte sich. „Wir können jetzt früher in der Saison ernten und verkaufen.“

Vom Gewächshaus zur Marke

Refiqe wollte mehr. Ihr Ziel war, ihre gute Ware auch ansprechend zu präsentieren und zu verpacken. Sie bewarb sich im Projekt auch für ein Training zur Markenbildung für Agrarbetriebe. Wichtig waren für sie die Schulungen. „Dort habe ich Dinge erfahren, die ich vorher nicht wusste“, sagt sie. Refiqe lernte, wie sie den Boden besser vorbereitet, welchen Dünger sie nutzt und wie sie typische Probleme vermeidet. „Ich möchte neue Anbaumethoden und vielleicht neue Gemüsesorten ausprobieren.“

Ihre Geschichte zeigt: Frauen brauchen nicht nur Ausrüstung und Geräte, sondern auch Wissen. „So kann aus einem Garten ein Betrieb werden“, sagt Refiqe.

Der Kosovo zählt zu den ärmsten Ländern Europas. Es gibt viele kleine Betriebe, doch der unermüdliche Einsatz und die harte Arbeit von Frauen finden im Agrarsektor oft zu wenig Anerkennung. Häufig fehlen ihnen auch die finanziellen Mittel für den Aufbau. Hier setzt das CARE-Projekt AKWA („Advancing Kosovo Women‘s Agribusiness Inclusion“) an, das vom Land Vorarlberg finanziert wird. Ziel ist es, Frauen und Jugendliche in den Regionen Podujeva und Obiliq wirtschaftlich, sozial und politisch zu stärken und in die Agrarwirtschaft einzubinden. 

Hinweis: Die Zitate wurden sinngemäß wiedergegeben.

Lächelnde Frau in gemusterter Bluse hält im Folientunnel eines Gewächshauses eine rote Schüssel mit Spitzpaprika, Gurken und einer Tomate. Lächelnde Frau in gemusterter Bluse hält im Folientunnel eines Gewächshauses eine rote Schüssel mit Spitzpaprika, Gurken und einer Tomate.

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