Baum für Baum
gegen die
Dürre

„Unser Land gibt kaum noch was her“

Memory Kassim (45) kennt das Land in Litemwe im Süden Malawis seit ihrer Kindheit. Seit einigen Jahren erkennt sie es kaum wieder. 2021 erntete Memory noch 50 Säcke Sojabohnen à 50 Kilo, 2025 waren es nur noch drei.

„Wir arbeiten sehr hart für kaum ein Ergebnis“, sagt die Mutter von sechs Kindern. „Früher musste ich kein Essen kaufen. Heute reicht meine Ernte nicht mehr.“ Der Boden ist trocken und hält keine Feuchtigkeit. „Die Menschen hungern“, sagt Memory.

2025 rief Malawi den landesweiten Katastrophenzustand aus. Brunnen und Flüsse versiegen. „Wir sind jeden Tag fünf Kilometer unterwegs, um Wasser zu finden“, erzählt Memory. Meist trifft das Frauen und Mädchen. Das geht auf Kosten von Einkommen und Schulbildung.

Boden retten

Memory wollte nicht weiter zusehen. Seit 2022 leitet sie das Komitee ihres Dorfes für natürliche Ressourcen. Sie ist ein Champion der Wiederaufforstung: 200 Bäume hat allein sie gepflanzt. „Wenn Blätter zu Boden fallen und verrotten, wird das Feld fruchtbarer und wir ernten mehr“, erklärt sie.

CARE schulte Memory in einem Projekt für nachhaltige Bewirtschaftung. Fachleute halfen bei der Wahl passender Pflanzen. „CARE hat mir gezeigt, wie man Bäume pflegt und richtig pflanzt. Jetzt bringe ich es anderen bei.“

Die Bilanz des Projekts: Mehr als 4,6 Millionen Bäume gepflanzt und geschützt. 117.367 Familien setzen jetzt auf „Evergreening“. Das heißt, sie pflanzen Bäume und Sträucher mitten im Acker. Das ist verhältnismäßig günstig und leicht umzusetzen.

Die Klimakrise lösen wiederaufgeforste Flächen nicht. Dafür müssen Industrieländer z.B. ihre Emissionen drastisch senken. Doch Bäume helfen Familien, Dürre zu überstehen. Seit diesem Sommer führt die Bezirksregierung das Projekt weiter. „Ich wünschte, alle würden überall Bäume pflanzen“, sagt Memory.

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Memory ist ein Champion in Wiederaufforstung. Sie allein hat mehr als 200 Bäume gepflanzt. Foto: Laurence Geai/MYOP

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Memory und ihre Kinder. Foto: Laurence Geai/MYOP

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Werden Bäume und Sträucher in Ackerland gepflanzt, wird der Boden fruchtbarer. Foto: Laurence Geai/MYOP

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Warum betrifft der Klimawandel besonders Frauen?

Frauen tragen oft einen erheblichen Teil der Verantwortung in den Bereichen Wasser, Ernährung, Pflege und Landwirtschaft. Wenn Ressourcen knapper werden, nehmen die Zeit und die Arbeit zu, die erforderlich sind, um sie zu beschaffen. Bestehende Ungleichheiten können dadurch verschärft werden: Mädchen werden allzu oft aus der Schule genommen, um Wasser zu holen. Frauen schränken ihre eigene Nahrungsaufnahme ein, um ihre Familien zu ernähren.

Der Klimawandel ist sexistisch: Er verstärkt geschlechtsspezifische Diskriminierung, die bereits bestand.

Warum hilft das Pflanzen von Bäumen, die Auswirkungen des Klimawandels zu bekämpfen?

Bäume spielen sowohl bei der Anpassung an den Klimawandel als auch bei dessen Eindämmung eine wichtige Rolle:

Wiederherstellung der Bodengesundheit: Bäume schützen den Boden vor Erosion, verbessern seine Fruchtbarkeit durch sich zersetzende Blätter und organisches Material und helfen, Feuchtigkeit zu speichern. Dadurch werden landwirtschaftliche Flächen widerstandsfähiger gegen Dürre.

Stärkung der Ernährungssicherheit: Wenn Bäume in landwirtschaftliche Systeme integriert werden, können sie die Anbaubedingungen verbessern, die angebauten Kulturen diversifizieren und zusätzliche Nahrungs- und Einkommensquellen für landwirtschaftliche Familien bereitstellen.

Bekämpfung des Klimawandels: Während ihres Wachstums nehmen Bäume Kohlendioxid (CO₂) aus der Atmosphäre auf und speichern Kohlenstoff, wodurch sie dazu beitragen, die Konzentration von Treibhausgasen zu verringern.

Welche Rolle spielen Nichtregierungsorganisationen bei der Bekämpfung des Klimawandels?

CARE unterstützt Gemeinschaften bei der Wiederherstellung von Land und der Anpassung an den Klimawandel. Wir stärken insbesondere Frauen, die innerhalb ihrer Gemeinschaften eine wesentliche Rolle beim Schutz natürlicher Ressourcen spielen.

Das Ziel von CARE ist es, Gemeinschaften mit den notwendigen Ressourcen und Kenntnissen auszustatten. Das beinhaltet Schulungen in Agroforstwirtschaft und Agrarökologie sowie die Entwicklung von Infrastruktur zum langfristigen Schutz von Wasserressourcen und Ökosystemen.

Zwei Mädchen stehen in einem Dorf vor Lehmhäusern, im Vordergrund hängt grüne Wäsche zum Trocknen Zwei Mädchen stehen in einem Dorf vor Lehmhäusern, im Vordergrund hängt grüne Wäsche zum Trocknen

Menschen hungern, seit der Boden nicht mehr so ertragreich ist. Foto: Laurence Geai/MYOP

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