Als die Angriffe in ihrer Heimat Cabo Delgado im Norden Mosambiks zunahmen, packte Halima José ihre vier Kinder und rannte los. Die 25-Jährige ließ Haus und Habseligkeiten zurück. „Ich wollte nur das Leben meiner Kinder retten“, sagt Halima.
Wie viele Vertriebene fand Halima mit ihren Kindern Zuflucht in Quissanga. Doch die Aufnahmegemeinschaften dort stießen schnell an ihre Grenzen. Unterkünfte wurden knapp. Halima blieb nichts anderes übrig, als mit ihren Kindern im Freien zu schlafen. „Wenn es regnete, hatten wir keinen Ort, wo wir hingehen konnten. Meine Kinder waren oft krank. Sie hatten Fieber, Durchfall und manchmal Cholera“, erzählt sie.
Sauberes Wasser für ihre Familie zu beschaffen, war enorm schwierig. Täglich war Halima drei Stunden lang unterwegs, um Wasser aus einem Fluss zu holen – mit 20-Liter-Kanistern, in gefährlicher Nähe zu Krokodilen. Als die Reptilien immer öfter Wassersuchende attackierten, verboten die Behörden den Zugang zur Wasserstelle. Halima hob eine kleine Grube aus, wo sie Wasser schöpfte. „Es war nicht sauber, aber es war das Einzige, das wir hatten.“
Aus diesem Erdloch musste Halima Wasser für ihre Kinder schöpfen. Foto: CARE
Halima und ihre vier Kinder. Foto: CARE
CARE richtete mit Unterstützung der EU eine Wasserentnahmestelle ein. Foto: CARE
Halima und ihre Kinder haben jetzt sauberes Wasser. Foto: CARE
Sauberes Wasser und ein Dach über dem Kopf
CARE errichtete mit der Unterstützung der EU in diesem Projekt temporäre Unterkünfte für Familien und eine Wasserentnahmestelle. Halima kann aufatmen.„Jetzt haben meine Kinder einen sicheren Platz zum Schlafen. Ein Haus und sauberes Wasser haben unser Leben verändert. Ich kann kochen, waschen und für meine Familie sorgen.“
Frauen und Mädchen, die Gewalt und sexuelle Ausbeutung erlebt haben, werden in eigens eingerichteten Schutzräumen psychosozial betreut. Familien in Not erhalten Pakete mit Hygieneartikeln und Kochutensilien. Die Lage für Vertriebene bleibt angespannt. Der Bedarf an humanitärer Hilfe ist hoch. Gleichzeitig erschweren Zugangsbeschränkungen und anhaltende Unsicherheit eine schnelle und umfassende Hilfe. In Cabo Delgado im Norden Mosambiks herrscht seit fast einem Jahrzehnt gewaltsamer Konflik.
Neben Gewalt machen Extremwetterereignisse den Menschen zu schaffen. Starke Regenfälle haben kürzlich Halimas Ernte zerstört – ein Problem, mit dem die gesamte Region kämpft. Trotz aller Schwierigkeiten blickt Halima nach vorne: „Mein größter Traum ist, dass meine Kinder gesund aufwachsen und zur Schule gehen können. Ich hoffe, dass der Konflikt eines Tages aufhört, damit wir wieder in Frieden leben können.“
Das Projekt wird von CARE, Save the Children und Norwegian People’s Aid sowie lokalen Partnern umgesetzt. Es wird von der Europäischen Uniongefördert und läuft bis Ende April 2026.
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