Die globale Wirtschaft steht an einem entscheidenden Wendepunkt: Die rasanten Entwicklungen durch künstliche Intelligenz (KI) und grüne Transformation bieten enorme Chancen für nachhaltiges Wachstum. Doch nur, wenn Frauen gleichberechtigt teilhaben. Ein Bericht der Hilfsorganisation CARE zeigt auf, dass wirtschaftliche Diskriminierung von Frauen massive finanzielle Verluste für die Weltwirtschaft verursacht. Hätten Frauen weltweit die gleichen Chancen auf Beschäftigung und unternehmerische Verantwortung wie Männer, könnte das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um mehr als 20 Prozent steigen. Die Angleichung der Einkommen von Männern und Frauen würde wirtschaftliche Gewinne in Höhe von 172 Billionen US-Dollar freisetzen.

152 Jahre für Schließung der wirtschaftlichen Kluft zwischen Frauen und Männern

Die von CARE analysierten Daten unterstreichen die massiven strukturellen Hürden für Frauen in der Wirtschaft: Zwischen 2019 und 2022 stagnierte oder verschlechterte sich die Gleichstellung der Geschlechter in fast 40 Prozent aller Länder – über eine Milliarde Frauen und Mädchen sind betroffen. Bei derzeitigem Tempo würde es 152 Jahre dauern, die wirtschaftliche Kluft zwischen Frauen und Männern zu schließen.

In 92 Staaten weltweit fehlen Gesetze für gleiche Bezahlung

Ein zentraler Hemmschuh für wirtschaftliche Gleichstellung ist die fehlende gesetzliche Grundlage: In 92 Ländern gibt es keine Gesetze für gleiche Bezahlung, in 155 Staaten mangelt es an Mechanismen zur Durchsetzung von Lohngleichheit. Zwei Milliarden Frauen und Mädchen sind aufgrund ihrer Tätigkeit in informellen Arbeitsverhältnissen ohne sozialen Schutz.

Weitere Ergebnisse des Berichts:

  • Fehlender Zugang zu Kapital: 730 Millionen Frauen weltweit besitzen kein Bankkonto. Unternehmerinnen in Schwellen- und Niedriglohnländern stehen vor einer Finanzierungslücke von 1,9 Billionen US-Dollar, während 70 Prozent keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben.
  • Digitale Kluft: 785 Millionen Frauen weltweit haben keinen Internetzugang. Frauen stellen nur 35 Prozent der MINT-Absolvent:innen und sind in der wachsenden KI-Industrie stark unterrepräsentiert.
  • Unbezahlte Sorgearbeit: Frauen leisten täglich 12,5 Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit – im Wert von 10,8 Billionen US-Dollar pro Jahr.

Lösungen müssen umgesetzt werden

Für viele dieser Herausforderungen gibt es bereits Lösungen – diese müssen nur konsequent umgesetzt werden. CARE fordert gezielte politische Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen: mehr Führungsmöglichkeiten für Frauen am Arbeitsplatz, sicherere Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung, politische Investitionen in Pflege- und Betreuungsstrukturen, um die unbezahlte Pflegearbeit gerechter zu verteilen sowie ein verbesserter Zugang zu Bildung, Digitalisierung und Finanzdienstleistungen für Frauen und Mädchen weltweit.

Den vollständigen Bericht The Cost of Inequality: Why the Global Economy Cannot Afford to Leave Women Behind finden Sie hier.

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