Wien, 12. November 2024. Frauen und Mädchen tragen weltweit die Hauptlast der Klimakrise und sind zugleich oft die treibenden Kräfte hinter lokalen Anpassungslösungen. Trotz ihrer wichtigen Rolle im Kampf gegen die Klimakrise sind bei der COP29 nur acht der teilnehmenden 78 Staats- und Regierungsoberhäupter Frauen. Die Hilfsorganisation CARE Österreich kritisiert, dass es am Verhandlungstisch der UN-Klimakonferenz noch an echter Vielfalt fehlt – trotz aller Bekenntnisse zu Inklusion und Diversität.

Die Zahl der Teilnehmenden bei den Klimakonferenzen der Vereinten Nationen (UNFCCC) wächst kontinuierlich, doch die Repräsentation von Frauen bleibt stagnierend niedrig. Bei der COP28 im Jahr 2023 waren von 133 Staats- und Regierungsoberhäuptern lediglich 15 Frauen. Auch unter den nationalen Delegierten waren nur 34 Prozent weiblich, und nur 2 Prozent der Delegationen erreichten ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis – Zahlen, die sich in den letzten zehn Jahren kaum verbessert haben und die Herausforderungen der Geschlechterparität in den Klimaverhandlungen unterstreichen.

„Die Klimakrise wird durch politische und wirtschaftliche Entscheidungen geprägt, die überwiegend von männerdominierten Regierungen getroffen werden. Dabei geht die Perspektive von Frauen verloren, die oft unverhältnismäßig stark von den Folgen der Klimakrise betroffen sind – und mit ihr die Chance auf nachhaltigere und gerechtere Lösungen“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Es ist nachgewiesen, dass geschlechtergerechte Entscheidungsprozesse auf allen Ebenen zu einer wirksamen Klimapolitik führen.“

Die mangelnde Repräsentation von Frauen auf der COP29 spiegelt sich in allen anderen Ebenen der Klimapolitik wider. Zahlreiche Studien zeigen jedoch, dass Frauen effektive Anpassungsmaßnahmen und innovative Lösungen in Bereichen der Landwirtschaft und Wasserbewirtschaftung vorantreiben. Das Wissen und die Perspektive von Frauen stärkt die Resilienz von Gemeinschaften und sind unverzichtbar, wenn es um wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Klimakrise geht. CARE fordert eine inklusive Klimapolitik, die Frauen und Mädchen stärkt und in Entscheidungsprozesse einbezieht.

Weitere Forderungen und Handlungsempfehlungen finden Sie im COP29-Positionspapier von CARE. 

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