Seit fast 20 Monaten leiden Millionen Sudanes:innen unter anhaltender Gewalt und Hunger. Der Konflikt hat 12 Millionen Menschen in die Flucht getrieben – das macht den Sudan zur weltweit größten Vertreibungskrise. Gleichzeitig leiden die Menschen unter einer schweren Hungerkatastrophe. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung – vor allem Frauen und Kinder – kämpft mit akuter Ernährungsunsicherheit.

„Was im Sudan passiert, ist ein Krieg gegen Frauen und Mädchen“, erklärt Mohamed Tijani, Leiter des CARE-Büros in Süd-Darfur. „In unseren Gesundheitskliniken und Vertriebenencamps sehen wir vor allem Frauen, Mütter und ihre unterernährten Kinder. Viele von ihnen fliehen mit nichts als ihren Kindern auf dem Rücken über die Grenze in den Tschad.“ Immer wieder berichten die Frauen von Hunger, ständiger Angst vor Gewalt und sexuellen Übergriffen auf ihrer Flucht.

Der Konflikt hat zu massiven Zerstörungen der kritischen Infrastruktur geführt. Grundversorgungsgüter wie Lebensmittel, Wasser und Brennstoffe sind knapp, die Preise oft unerschwinglich. Die seit April andauernde Belagerung von El Fasher hat die Lage weiter verschärft und die Lieferung von Hilfsgütern eingeschränkt.

Flucht in den Tschad: Von einer Hungerkrise in die nächste

Mehr als 720.000 Sudanes:innen haben die Grenze in den Tschad überquert, wo die ohnehin knappen Ressourcen überlastet sind. Bereits vor dem Konflikt benötigten 6,9 Millionen Menschen im Tschad humanitäre Hilfe. Das Land rangiert im Welthunger-Index auf Platz 125 von 127. Steigende Nahrungsmittelpreise und Klimaschocks verschärfen die Krise zusätzlich.

Für die Vertriebenen bedeutet die Flucht in den Tschad oft ein Überleben am Existenzminimum. „Meine Tochter läuft gerade im Camp herum, um Essen oder Arbeit zu finden. Hier gibt es nichts zu essen“, sagt Sadia, 40. Sie ist mit ihren zwei Töchtern und ihrer Mutter aus Süd-Darfur in das Vertriebenencamp Mile im Tschad geflüchtet.

Die psychischen Belastungen durch Gewalt und Flucht sind enorm. Maria, eine 20-jährige Sudanesin, beschreibt das Leben im Camp: „Nachts hören wir nur noch das Weinen der Kinder. Aber der Kriegslärm ist verschwunden. Wir leben noch, aber wir haben keine Kraft mehr.“

CARE: „Weiteres Leid muss verhindert werden“

CARE appelliert dringend an die Konfliktparteien, einen landesweiten Waffenstillstand zu vereinbaren, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten und die Zivilbevölkerung sowie humanitäre Helfer:innen zu schützen. Gleichzeitig fordert CARE die Geberländer auf, geschlechtersensible und umfassende Hilfsmaßnahmen zu finanzieren. Nur durch entschlossenes politisches Handeln und internationale Zusammenarbeit können Hunger, Unterernährung und geschlechtsspezifische Gewalt wirksam bekämpft werden.

Spenden für die Katastrophenhilfe werden dringend benötigt:
CARE Österreich Spendenkonto IBAN: AT77 6000 0000 0123 6000 oder online

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