Seit über zwei Monaten sind alle Grenzübergänge des Gazastreifens geschlossen. Der Zugang zu lebenswichtigen Hilfsgütern und Handelswaren ist vollständig blockiert. Die Lebensmittelvorräte sind nahezu aufgebraucht, die Preise für Waren sind um mindestens 400 Prozent gestiegen. Die humanitäre Krise und der Hunger in Gaza verschärfen sich dramatisch, warnt die Hilfsorganisation CARE.

„Jeder in Gaza, auch unsere eigenen Mitarbeitenden, sieht sich gezwungen, die letzten Lebensmittelvorräte zu rationieren und mit kaum mehr als einem Laib Brot und einer kleinen Mahlzeit aus Bohnen zu überleben“, sagt Jolien Veldwijk, CARE-Länderdirektorin für Westbank und Gaza. „Schwangere Frauen und Kinder kommen geschwächt und abgemagert in unsere Klinik. Wir sehen steigende Raten von Unterernährung. Kinder stehen vor Suppenküchen Schlange. Mehl, ein Grundnahrungsmittel, von dem alle abhängen, ist kaum mehr erhältlich. Viele Menschen greifen auf verdorbenes Mehl zurück.“

CARE hat Vorräte an medizinischen Hilfsgütern, Hygieneartikeln, Zelten und Lebensmitteln vorpositioniert – doch sie stecken in Lagern in Ägypten, Jordanien und im Westjordanland fest. Das Primärgesundheitszentrum von CARE in Deir Al-Balah, das täglich hunderte Patient:innen behandelt, verfügt mittlerweile über weniger als einen Monat an medizinischen Vorräten, um chronische Krankheiten, Infektionen und andere Notfälle zu behandeln.

„Unsere Teams in Gaza konzentrieren sich weiterhin darauf, Primärgesundheitsdienste in unserer Klinik anzubieten und die Wasserversorgung für vertriebene Gemeinschaften sicherzustellen“, so Veldwijk. „Sobald unsere Vorräte aufgebraucht sind, werden wir gezwungen sein, noch stärker zu rationieren. Wir halten die Klinik so lange wie möglich offen, aber unsere medizinischen Kapazitäten werden stark eingeschränkt sein.“

CARE fordert die sofortige Beendigung der Blockade sowie einen ungehinderten Zugang für humanitäre Organisationen, um Familien in Not mit lebensrettenden Hilfsgütern zu versorgen. Ein Waffenstillstand ist entscheidend, um Leben zu retten, die Freilassung der Geiseln zu sichern und größere humanitäre Einsätze zu ermöglichen.

Spenden für die Nothilfe werden dringend benötigt:
CARE-Spendenkonto IBAN: AT77 6000 0000 0123 6000 oder online.

CARE Österreich verurteilt zutiefst den brutalen Terrorangriff auf Israel vom 7. Oktober sowie jegliche Gewalt gegen Zivilbevölkerungen. CARE fordert die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts durch die Konfliktparteien, den ungehinderten Zugang von humanitärer Hilfe und die Freilassung aller Geiseln. Die Arbeit von CARE orientiert sich ausschließlich am humanitären Mandat und den Menschenrechten.

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