Mit dem Ende des zwei Monate andauernden Waffenstillstands droht Gaza eine weitere humanitäre Katastrophe. Seit Dienstag wurden bei Angriffen in verschiedenen Teilen des Gazastreifens mehr als 400 Menschen getötet – darunter viele Frauen und Kinder. Die Hilfsorganisation CARE warnt eindringlich vor den verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung.

„Unsere Teams in Gaza berichten, dass sie mitten in der Nacht von den Luftangriffen und den durchdringenden Schreien der Menschen geweckt wurden. Sie berichten von Krankenhäusern, die mit Verletzten überfüllt sind, von fehlenden medizinischen Hilfsgütern, von vielen Menschen, die aus ihren Häusern fliehen, und von einem allgemeinen Zustand der Verwirrung, Angst und Hilflosigkeit“, schildert Jolien Veldwijk, CARE-Länderdirektorin für die Westbank und Gaza. „Ein neuer Zyklus der Gewalt droht die gesamte Region weiter zu destabilisieren und verringert die Aussichten auf einen dauerhaften Frieden.“

Bereits Anfang März wurden die Einfuhren überlebenswichtiger Hilfsgüter nach Gaza gestoppt, darunter Medikamente, Treibstoff für Krankenhäuser, Wasseraufbereitungsanlagen, Zelte und Kochgas. Auch ein Gesundheitszentrum in Jabalia, das CARE gemeinsam mit dem Partner Juzoor betreibt und das täglich über 1.000 Menschen versorgte, wurde bei den jüngsten Angriffen schwer beschädigt – ein herber Rückschlag für die medizinische Versorgung im Norden Gazas.

Am Morgen des 18. März wurde die Zwangsevakuierung großer Teile des nördlichen Gazastreifens angeordnet. Viele Menschen, die während des Waffenstillstands zurückgekehrt waren, mussten erneut fliehen. Selbst sogenannte „humanitäre Zonen“ wurden Ziel neuer Angriffe. Auch im Westjordanland beobachten CARE-Teams eine Zunahme von Spannungen, Einschränkungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen.

„Die Rückkehr zu Bombenangriffen, Tod und Zerstörung sowie die Schließung aller Grenzübergänge – selbst für medizinische Evakuierungen – führt zu enormem Leid für die Menschen in Gaza“, betont Veldwijk. „Ein dauerhafter Waffenstillstand ist der einzige Weg, um den Weg für Frieden zu ebnen. Wir fordern die umgehende Freilassung aller Geiseln und appellieren eindringlich an alle Konfliktparteien, das humanitäre Völkerrecht zu achten. Es muss dringend ermöglicht werden, dass mehr humanitäre Hilfe Gaza erreicht – und dass Helferinnen und Helfer die Menschen in Not sicher unterstützen können.“

Spenden für die Nothilfe werden dringend benötigt:
CARE-Spendenkonto IBAN: AT77 6000 0000 0123 6000 oder online.

CARE Österreich verurteilt zutiefst den brutalen Terrorangriff auf Israel vom 7. Oktober sowie jegliche Gewalt gegen Zivilbevölkerungen. CARE fordert die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts durch die Konfliktparteien, den ungehinderten Zugang von humanitärer Hilfe und die Freilassung aller Geiseln. Die Arbeit von CARE orientiert sich ausschließlich am humanitären Mandat und den Menschenrechten.

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