CARE-Länderdirektor in der Ukraine, Michael McGrath, sagt:

„Das Leid der Zivilbevölkerung in der Ukraine übersteigt inzwischen unsere schlimmsten Befürchtungen. Nacht für Nacht werden Energie- und Heizsysteme angegriffen – gezielt jene Infrastruktur, die Menschen am dringendsten brauchen, um bei eisigen Temperaturen zu überleben. Strom, Wärme und Wasser werden systematisch lahmgelegt. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Behinderungen und Familien auf der Flucht. Sie stehen vor einer unmenschlichen Wahl: in bitterkalten Wohnungen auszuharren oder sich auf gefährliche Wege zu begeben, um Wärme und Schutz zu suchen. Frauen in Dnipro berichten uns, dass ihre Kinder vollständig angezogen schlafen, manchmal sogar mit Schuhen, und dies nicht nur, um nicht zu erfrieren, sondern um im Fall eines weiteren Angriffs sofort in einen Schutzraum fliehen zu können. Das ist die brutale Realität dieses Krieges.

Die Ukraine hat den Notstand im Energiesektor ausgerufen. Viele Menschen bekommen nur noch bis zu fünf Stunden Strom pro Tag, oft verteilt auf kurze Zeiträume und nicht am Stück. Der Strom wird häufig zu Zeiten eingeschaltet, zu denen die Menschen bereits schlafen oder noch arbeiten, da die Behörden versuchen, die Belastung des Netzes zu reduzieren. Dadurch werden grundlegende Alltagsroutinen wie Mahlzeiten kochen, Wäsche waschen oder Handys laden unmöglich. Das Leben wird von ständigem Improvisieren bestimmt. In Städten nahe der Frontlinie bleiben ganze Gemeinden tagelang komplett ohne Strom. In der extremen Kälte sind sie damit erheblichen Gesundheits- und Sicherheitsrisiken ausgeliefert.

CARE und unsere ukrainischen Partner leisten Nothilfe, unterstützen beim Schutz besonders gefährdeter Gruppen und bieten psychosoziale Betreuung an. Doch humanitäre Hilfe kann den Verlust von Strom, Heizung oder Sicherheit nicht ersetzen. Die wiederholten Angriffe auf lebenswichtige Infrastruktur müssen endlich aufhören.

Dieser Winter zeigt mit bitterer Klarheit: Die Zivilbevölkerung bezahlt den höchsten Preis dieses Krieges. Während die Anzahl der zivilen Opfer laut UN-Angaben Rekordwerte erreicht und die Temperaturen weiter fallen, darf die internationale Gemeinschaft nicht wegsehen. Sie muss ukrainische Familien entschlossen unterstützen und unmissverständlich klarstellen, dass der Schutz von Zivilpersonen und ziviler Infrastruktur keine Option ist, sondern eine grundlegende Verpflichtung des humanitären Völkerrechts und eine moralische Notwendigkeit.“

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