Psychosoziale Unterstützung für Überlebende von Gewalt
Äthiopien, Afrika
Die Situation vor Ort
In der Region Amhara in Nordäthiopien ist der bewaffnete Konflikt zwar offiziell beendet, doch seine Folgen bestimmen nach wie vor den Alltag vieler Menschen. Schätzungsweise 4,9 Millionen Menschenin der Region sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Viele von ihnen haben schwere Gewalt erlebt – darunter sexualisierte Gewalt, Vertreibung und Entführungen durch bewaffnete Gruppen – und leiden bis heute unter den körperlichen und seelischen Folgen.
Gleichzeitig sind Krankenhäuser und Sozialdienste stark überlastet oder nur eingeschränkt erreichbar. Mehr als 1,6 Millionen Menschen benötigendringend Unterstützung im Bereich psychische Gesundheit und psychosoziale Betreuung.Gleichzeitigist die Zahl derBerichte über sexualisierte und andere geschlechtsspezifische Gewalt erschreckend hoch. In vielen Gemeinden erschweren schädliche Rollenbilder und soziale Normen den Zugang zu Hilfe und verstärken die Isolation von Überlebenden. Frauen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, werden oft ausgegrenzt und haben große Schwierigkeiten, ihre Lebensgrundlagen wieder aufzubauen.
Projektnummer
ETH960
Projektlaufzeit
02.12.2025 – 01.12.2029
Projektbudget
€ 3.300.000,00
So hilft CARE
Dieses CARE-Projekt setzt genau hier an und stärkt die Resilienz der Gemeinschaften, während es gleichzeitig zur sicheren Genesung und Wiedereingliederung von Überlebenden sexualisierter und anderer konfliktbedingter Gewalt beiträgt. CARE baut auf bestehenden Gesundheits- und Unterstützungsangeboten auf und verbessert die Koordination zwischen medizinischen, psychischen und weiteren Hilfsdiensten, damit Überlebende eine überlebendenzentrierte medizinische und psychologische Unterstützung erhalten. Für Menschen, die unmittelbar gefährdet sind, werden neue Schutzunterkünfte eingerichtet, die sichere Unterkunft bieten, kombiniert mit finanzieller Unterstützung zur Deckung dringender Bedürfnisse und mit Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen.
Auf Gemeindeebene fördert das Projekt die Einbindung von Frauen – einschließlich Überlebender sexualisierter Gewalt – in Netzwerke der Village Economic and Social Association (VESA). Dadurch werden wirtschaftliche Stärkung und Resilienz gefördert, etwa durch individuelle Unterstützung, Berufsausbildung und Coaching zur (Wieder-)Aufnahme von Erwerbstätigkeiten. Gemeinschaftsdialoge und Sensibilisierungsveranstaltungen, in die auch Jugendliche einbezogen werden, helfen dabei, Stigmatisierung und schädliche Geschlechternormen zu verringern, Risiken von Gewalt zu reduzieren und ein unterstützenderes Umfeld für Überlebende zu schaffen. Die Vermittlung an Rechtsbeihilfe ermöglicht es Frauen zudem, ihre Rechte besser wahrzunehmen, mehr Stabilität zu erlangen und ihr Leben Schritt für Schritt wiederaufzubauen.
Stärkere Resilienz der Gemeinschaften
sowie Wiedereingliederung von Überlebenden von unterschiedlichen Formen der Gewalt
Neue Schutzunterkünfte für gefährdete Personen
kombiniert mit finanzieller Unterstützung zur Deckung dringender Bedürfnisse
Einbindung von Frauen
in Spargruppen und Ausbildungen zur (Wieder-)Aufnahme von Erwerbstätigkeiten
Bei allen Projekten verfolgt CARE Österreich das Ziel Menschen rasch und zugleich nachhaltig zu unterstützen.
Sie können hier spenden, um die Bedingungen für Frauen und Mädchen weltweit zu verbessern.
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