Mit der zehnten Ausgabe des CARE-Krisenreports unterstreichen wir als CARE unsere Verantwortung, dort hinzusehen, wo andere oft wegsehen. Seit zehn Jahren analysieren wir systematisch, welche humanitären Krisen weltweit am wenigsten mediale Aufmerksamkeit erhalten – nicht aus statistischem Interesse, sondern weil fehlende Sichtbarkeit unmittelbare Auswirkungen auf das Leben von Menschen hat. CARE ist in vielen dieser Krisenherde seit Jahrzehnten präsent. Unsere Teams arbeiten in Ländern, die regelmäßig als „vergessen“ gelten, oft unter schwierigen Bedingungen und jenseits öffentlicher Aufmerksamkeit. Der Krisenreport ist Teil dieses Engagements: Er verbindet unsere operative Erfahrung mit einer datenbasierten Analyse und macht sichtbar, wo humanitäre Bedürfnisse und öffentliche Wahrnehmung auseinanderklaffen.
5 Mio. Online-Artikel
wurden insgesamt für die Ergebnisse dieses Berichts ausgewertet.
Zum 10. Mal in Folge
ist die Zentralafrikanische Republik im Report vertreten.
43 Mio. Menschen
sind von den zehn vergessenen humanitären Krisen betroffen.
Die Krise in der Zentralafrikanischen Republik ist diesmal jene mit den wenigsten Berichten. Zugleich ist sie in allen zehn Ausgaben unseres Reports gelistet. Insgesamt benötigen 43 Millionen Menschen in den zehn am stärksten vernachlässigten Krisen humanitäre Hilfe. Neben afrikanischen Ländern zeigt der Report diesmal auch mit Honduras und Nordkorea, dass fehlende Sichtbarkeit nicht regional begrenzt ist. Gleichzeitig macht das Jahr 2025 deutlich, wie stark Aufmerksamkeit wirken kann: Die humanitäre Situation in Gaza wurde weltweit intensiv diskutiert. Doch während sich der Fokus auf einzelne Krisen richtet, geraten andere weiter aus dem Blick – in einer Zeit, in der finanzielle Mittel gekürzt werden und der Handlungsspielraum von Hilfsorganisationen schrumpft.
Der ganze Report
CARE-Krisenreport
Zehn humanitäre Katastrophen, die 2025 keine Schlagzeilen machten
"Mit der zehnten Ausgabe des CARE-Krisenreports unterstreichen wir als CARE unsere Verantwortung, dort hinzusehen, wo andere oft wegsehen. Seit zehn Jahren analysieren wir systematisch, welche humanitären Krisen weltweit am wenigsten mediale Aufmerksamkeit erhalten – nicht aus statistischem Interesse, sondern weil fehlende Sichtbarkeit unmittelbare Auswirkungen auf das Leben von Menschen hat."
Warum dieser Bericht?
In Zusammenarbeit mit dem internationalen Medienbeobachtungsdienst Meltwater analysierte CARE rund 5 Millionen Online-Artikel in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch im Zeitraum von 1. Jänner bis 30. September 2025. Aus einer Liste von 43 humanitären Krisen, die mehr als eine Million Menschen betreffen, werden jene zehn Krisen mit der geringsten medialen Präsenz ermittelt und in diesem Report ins Scheinwerferlicht gerückt. Er erscheint heuer zum zehnten Mal.
Uns ist bewusst, dass der Report lediglich einen Trend in der Berichterstattung aufzeigen kann. Dennoch gibt er einen wichtigen Aufschluss über die weltweite Aufmerksamkeit, die humanitären Krisen in Online-Ausgaben von Medien zukommt. Unser Report soll einen Beitrag zur Diskussion leisten, wie die Wahrnehmung von Menschen in Not erhöht werden kann.
Im Vergleich:
445342
Online-Artikel zum TikTok Shutdown, 1.532 zur Krise in der Zentralafrikanische Republik.
Podcasts zum Report:
CARE Österreich CEO Andrea Barschdorf-Hager spricht
mit diesen Expert:innen über vergessene humanitäre Krisen:
Michelle Nunn
CEO und Präsidentin CARE USA
Ramesh Rajasingham
Head and Representative of OCHA Geneva and Director of the Humanitarian Sector Division
Nivi Sharma
CEO Bridges To Prosperity
Sie wollen weitere Podcasts zu unserem jährlichen Krisenreport hören?
Medienberichte von den CARE-Pressereisen nach Malawi (2025), Uganda (2024) und Sambia (2023) - gesponsert von CC Real und der Scheuch Family Foundation (2024).
Unser Report beruht auf einer globalen Medienanalyse. Die Europäische Union definiert eine vergessene Krise als „eine schwere, lang andauernde humanitäre Krise, in der die betroffene Bevölkerung nur unzureichende oder gar keine internationale Hilfe erhält“. Typischerweise fehlt es zudem an politischem Willen zur Beilegung der Krise sowie an medialer Aufmerksamkeit. Die EU identifiziert solche Krisen im Rahmen des sogenannten „Forgotten Crisis Assessment“.
Seit zehn Jahren erscheint der CARE-Krisenreport – und allein ein Blick auf seine Titel erzählt viel über den Wandel unserer Kommunikationskultur. Der erste Bericht trug den Namen „Suffering in Silence“: Im Mittelpunkt stand das übersehene Leid von Menschen in humanitären Krisen. Später folgte „Breaking the Silence“, ein Titel, der bereits Aufbruch, Stärke und die Forderung nach mehr Sichtbarkeit transportierte. Heute heißt der Bericht schlicht „CARE-Krisenreport“ – und rückt damit die analytische Dimension in den Vordergrund: Daten, Fakten und eine klar belegte Erkenntnis, die von Anfang an galt und weiterhin gilt. Dinge, über die wir nichts hören oder lesen, scheinen nicht zu existieren.
Häufig vertreten?
An der Spitze steht die Zentralafrikanische Republik, die in jeder Ausgabe vertreten war – ein Zeichen für eine chronische Krise ohne große mediale Aufmerksamkeit. Auch Burundi, Sambia, Madagaskar und Malawi tauchten regelmäßig auf und zeigen, wie Konflikte, Hunger und Klimafolgen in einigen Regionen über Jahre anhalten. Die wiederholte Nennung dieser Länder spiegelt strukturelle Ungleichheit, fehlende politische Lösungen und chronische Unterfinanzierung wider.
Publikationen der vergangenen Jahre
CARE Report
Vergessen Krisen '24
Länder im Report: Angola, Zentralafrikanische Republik, Madagaskar, Burkina Faso, Burundi, Mosambik, Kamerun, Malawi, Sambia und Niger
Länder im Report: Madagaskar, Zentralafrikanische Republik, Sambia, Burundi, Eritrea, Nordkorea, Kenia, Burkina Faso, Äthiopien und Länder um den Tschadsee
Länder im Report: Nordkorea, Eritrea, Burundi, Sudan, Demokratische Republik Kongo, Mali, Vietnam Länder um den Tschadsee, Zentralafrikanische Republik und Peru
Länder im Report: Eritrea, Burundi, Madagaskar, Nordkorea, Länder um den Tschadsee, Demokratische Republik Kongo, Bangladesch, Papua-Neuguinea, Zentralafrikanische Republik und Sudan