Ruanda: Mit Ferkeln in eine rosige Zukunft

In den sanften Hügeln des Dorfes Kanyamukenke steht Pétronille heute neben einem soliden Schweinestall – Symbol ihres Erfolgs. Noch vor wenigen Jahren scheiterte ihr Versuch, von der Schweinehaltung zu leben.

Wie viele Frauen in ihrem Dorf schloss sie sich einer von CARE unterstützten Spargruppe an. Dort erhielt sie ein kleines Darlehen. Entschlossen investierte sie das Geld in den Kauf eines Ferkels – in der Hoffnung, damit eine verlässliche Einkommensquelle für ihre Familie aufzubauen.

Zwar ist die Schweinehaltung in ihrer Gegend weit verbreitet, doch Pétronille – wie vielen anderen – fehlte das praktische Wissen in der Tierhaltung. Sie baute ihren ersten Stall nach traditionellen Methoden. Die Konstruktion war feucht und instabil. Als ihre Sau zum ersten Mal warf, verlor sie viele Ferkel: Einige starben an Krankheiten, andere wurden versehentlich erdrückt, weil der Stall zu klein war. Ihr Traum von einem stabilen Einkommen schien in weite Ferne zu rücken.

Pétronille erhielt Schulungen in verbesserter Schweinehaltung – unter anderem zu fachgerechtem Stallbau, Hygiene und Gesundheitsvorsorge sowie ausgewogener Futterzubereitung. "Ich habe zum ersten Mal das Gefühl, dass sich meine Arbeit auszahlt“, sagt sie.

Lernen, neu aufbauen – und erfolgreich sein

Als das Kungahara-Projekt, umgesetzt mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und der Austrian Development Agency im Rahmen von International Partnerships Austria, ihr Dorf erreichte, gehörte Pétronille zu den ersten, die an einer Informationsveranstaltung über Schweinehaltung teilnahmen. Das Projekt soll das Einkommen und die Ernährungssituation von Familien verbessern – durch moderne, klimaresiliente Tierhaltung und bessere Marktanbindung.

Projektmitarbeitende besuchten sie zu Hause. Gemeinsam arbeiteten sie mit ihr an praktischen Lösungen, die zu ihrem Hof passten. Pétronille erhielt Schulungen in verbesserter Schweinehaltung – unter anderem zu fachgerechtem Stallbau, Hygiene und Gesundheitsvorsorge sowie ausgewogener Futterzubereitung.

Sie erhielt zudem wichtige Materialien für den Bau eines modernen Schweinestalls, darunter Zement, Wellblech, Nägel und Sand. Pétronille steuerte aus eigenen Mitteln Steine und Holz bei und beauftragte lokale Handwerker mit der Fertigstellung des Stalls.

Als ihre Sau erneut warf, überlebten diesmal alle Ferkel. Ein Schwein verkaufte sie für etwa 300.000 Ruanda-Francs (rund 180 Euro) – eine beachtliche Summe, die sie direkt in ihre Tierhaltung reinvestierte. Sie vergrößerte den Stall, kaufte zusätzliche Schweine und setzte die verbesserten Fütterungs- und Haltungspraktiken konsequent um.

Théopiste Uwamariya und drei Kolleginnen prüfen gemeinsam ein Kassenbuch in ihrer vom Kungahara-Projekt geförderten Metzgerei – ausgestattet mit digitaler Waage und Fleischbandsäge. Foto: CARE Théopiste Uwamariya und drei Kolleginnen prüfen gemeinsam ein Kassenbuch in ihrer vom Kungahara-Projekt geförderten Metzgerei – ausgestattet mit digitaler Waage und Fleischbandsäge. Foto: CARE

Théopiste (mit weißer Schürze) und ihre Mitstreiterinnen in ihrer Metzgerei. Mit Unterstützung des Kungahara-Projekts haben die Frauen ein erfolgreiches Kleinunternehmen aufgebaut. Foto: CARE

Vom Hof zum Markt: Frauen prägen die Wertschöpfungskette

Die Unterstützung des Kungahara-Projekts endet damit nicht. Denn Produktion allein reicht nicht aus, um Familien aus Armut zu befreien. Das Projekt investiert daher auch in die Marktanbindung – etwa durch den Bau eines Schweineschlachthofs und die Förderung von Frauen, damit sie eigene Metzgereien aufbauen können. So entsteht ein direkterer Weg vom Hof zur Kundschaft, und Bäuerinnen können mehr Wert aus ihrer Arbeit schöpfen.

Im nächstgelegenen Ort schloss sich im Rahmen des Projekts eine Frauengruppe zusammen, angeführt von Théopiste, um genau solch ein Geschäft zu starten. Die Frauen erhielten Unterstützung in Form einer komplett ausgestatteten Metzgerei – mit Waage, Fleischschneidemaschine, Kühlschrank und weiterer moderner Ausstattung.

Sie begannen im Kleinen: Zunächst kauften und verkauften sie nur ein einziges Schwein, bauten nach und nach ihren Kundenstamm auf und investierten ihre Gewinne wieder in das Geschäft. Mit wachsender Erfahrung wuchs ihr Selbstvertrauen – und ihr Unternehmen.

„Am Anfang kannte uns niemand und wir waren nicht sicher, ob es funktionieren würde. Aber wir haben weitergemacht, und jetzt kommen die Kundinnen und Kunden – wir bauen etwas Eigenes auf“, sagt Théopiste.

Théopiste und ihre Gruppe planen derweil, die Metzgerei auszubauen, indem sie mehr Fleisch einkaufen und die Mitglieder ermutigen, ihre eigenen Schweine zu züchten – um so alle Kunden zu versorgen, die sie bisher nicht bedienen konnten.

Helfen Sie mit – Ihre Spende zählt!

Mit Ihrer Unterstützung können wir Frauen wie Pétronille dabei unterstützen, auf eigenen Beinen zu stehen.

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