Sichere Geburt in der DR Kongo

Die Gebühr für eine Entbindung in einer Gesundheitsstation in der Demokratischen Republik Kongo macht umgerechnet etwa sieben Euro aus. Frauen wie Neema mussten bei ihrer Nahrung sparen und hungern, um diesen Betrag zusammenzubekommen. Die 25-Jährige bekommt das dritte Kind, aber das erste, das in einer von CARE unterstützten Klinik zur Welt kommt. Diesmal muss Neema nicht für eine sichere Geburt bezahlen. Sie ist dankbar und erleichtert.

„Wir müssen uns jetzt nicht mehr vor der Entbindung stressen und über neue Möglichkeiten nachdenken, um Geld zu sparen“, sagt sie. „Davor haben wir vor der Entbindung weniger gegessen und auf eine Mahlzeit pro Tag reduziert. Aber einmal mussten wir essen, damit wir genug Energie hatten, um am nächsten Tag für mehr Geld und Essen zu arbeiten.“

In der Einrichtung sitzt Neema auf ihrem Krankenbett und hält ihr drei Tage altes Baby im Arm. Ihre zwei Töchter Nadine (3) und Florence (5) kommen zu Besuch. Sie sind neugierig auf ihre kleine Schwester. Traditionell erhält ein Neugeborenes erst seinen Namen, sobald es sechs Tage alt ist. Bis dahin heißt es wie seine Mutter. Dies allein zeigt, wie sehr die Mütter daran gewöhnt sind, dass Babys nicht überleben.

In der Demokratischen Republik Kongo stirbt eine von 200 Frauen bei der Geburt. Der Todesfall einer Gebärenden kommt damit etwa 85-mal häufiger vor als in Österreich[1]. Etwa 70 Prozent der weltweit 260.000 Todesfälle bei Müttern pro Jahr entfallen auf Afrika südlich der Sahara. Alle zwei Minuten stirbt eine Mutter an vermeidbaren Ursachen, das sind 700 Mütter pro Tag[2] .

Für Neugeborene sind die Zahlen noch erschreckender. Allein in der DR Kongo sterben jedes Jahr rund 110.000 Neugeborene (oder eines von 40)[3].  Weltweit sterben jeden Tag, jede Minute vier Neugeborene[4]. Insgesamt sind das 2,3 Millionen Todesfälle in den ersten 28 Lebenstagen pro Jahr.

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Sifa (25) ist eine der von CARE ausgebildeten Hebammen in der Klinik. Foto: Sarah Easter/CARE

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Neema mit ihrem Baby und ihren Töchtern Nadine (3) und Florence (5). Foto: Sarah Easter/CARE

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Die ersten sechs Tage nach der Geburt bekommt das Baby noch keinen Namen. Zu hoch und zu häufig ist die Kindersterblichkeit in der DR Kongo. Foto: Sarah Easter/CARE

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Hebamme Sifa (l.) mit Neema und ihrem Baby am Tag ihrer Entlassung vor der Klinik. Foto: Sarah Easter/CARE

Sifa (25) ist eine der Hebammen der Klinik. Sie wohnt in einer kleinen Hütte direkt gegenüber, damit sie auch mitten in der Nacht für Entbindungen zur Stelle sein kann. CARE hat ihre Ausbildung ermöglicht. Sifa hilft jeden Monat bei der Entbindung von etwa 30 bis 35 Babys.

Bevor CARE die Klinik einrichtete, gab es keine sichere Umgebung für Geburten. Jetzt gibt es einen Entbindungstisch, neun Betten für die Zeit danach und medizinische Geräte. Es kommen inzwischen so viele Mütter, dass einige draußen auf dem Boden unter den Bäumen schlafen und warten. „Die Frauen sind dankbar, dass sie hier in Sicherheit und ohne Kosten entbinden können. Also warten sie und leben hier, bis es Zeit ist“, sagt Sifa.

Neema hat ein neues T-Shirt angezogen, um ihre jüngste Tochter aus der Klinik nach Hause zu bringen. Es ist ein Freudentag. Die Erleichterung ist ihr anzusehen. Auch Sifa freut sich. „Der schönste Moment in meiner Arbeit ist, wenn die Mütter die Klinik mit ihren gesunden Babys verlassen und alles in Ordnung ist.“

[1] Die Müttersterblichkeitsrate in Österreich liegt bei 5-6 bei 100.000 Geburten. Die Sterblichkeit von Gebärenden in der DR Kongo ist um bis zu 85-mal höher als in Österreich.

[2] https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/maternal-mortality

[3] https://data.who.int/countries/180

[4] https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/newborn-mortality

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