Syrien:
Alles auf Anfang

Frühmorgens, wenn die meisten noch schlafen, bereitet Umm Saeed alles für den Verkauf vor. Sie sortiert Packungen mit Keksen oder Chips auf einem Tisch vor der Notunterkunft. Auf der Tischplatte ist ihr kleiner Laden und das Angebot an Waren ist ihr täglicher Neubeginn. Die 42-Jährige ist vor einem Monat mit ihrem Sohn (12) und vier älteren Töchtern hier angekommen. Die Familie wurde im Nordosten Syriens erneut vertrieben. Was von ihrem Hab und Gut übrig war, packten sie in wenige Taschen.

Als zu Beginn dieses Jahres neue Kämpfe in der Provinz Al-Hasakeh ausbrachen, flohen Tausende Familien innerhalb kürzester Zeit. In Schulen, Rohbauten und in öffentlichen Gebäude wurden Notunterkünfte eingerichtet.

Viele Geflüchtete haben schon mehrere Vertreibungen erlebt. Besonders für die Frauen bedeutet der erzwungene Aufbruch nicht nur den Abschied von ihrem Zuhause, sondern auch den Verlust von Stabilität, Privatsphäre und Einkommen. Mit Unterstützung der Europäischen Union leistet CARE Nothilfe in Form von Bargeld, damit Familien eigenständig über dringendste Ausgaben entscheiden können.

Eine beherzte Entscheidung

Umm Saeed erhielt diese Unterstützung – und traf eine mutige Wahl. „Wir haben keine Kleidung gekauft. Fünfzehn Tage lang lief unsere Heizung nicht. Ich wusste, das Geld reicht nicht für alles, also beschloss ich, mit der Hilfe einen kleinen Stand aufzumachen.“

Das Risiko war beträchtlich: Wenn sich für die Waren keine Käufer:innen hätten finden lassen, wäre das Geld verloren gewesen. Trotzdem wagte sie es. Heute verkauft Umm Saeed erfolgreich preiswerte Dinge an Nachbarfamilien. Sie nimmt genug ein, um ihre Kinder täglich zu versorgen und den Stand am Laufen zu halten.

Nachts kriecht die Kälte durch Risse in den Wänden in die Notunterkunft. Die vertriebenen Familien schlafen in ehemaligen Klassenzimmern am Boden auf Matratzen, dicht aneinander unter Decken. Am Morgen räumt Umm Saeed auf und stellt ihren kleinen Stand neu auf. Jeden Tag wieder – mit Mut, Beharrlichkeit und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Lesen Sie hier mehr zur Nothilfe mit der EU in Syrien.

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Umm Saeed mit Waren aus ihrem kleinen Verkaufsstand. Foto: Najim Taher/CARE

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In der früheren Schule ist eine Notunterkunft für Vertriebene untergebracht. Foto: Najim Taher/CARE

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Die Unterkunft der Familie ist in einem ehemaligen Klassenzimmer. Foto: Najim Taher/CARE

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