Das lange Warten auf Wasser

Mustafa (40) wartet auf Wasser – auf Regen, damit die Saat in seinem Acker aufgeht. Und auf die Zuteilung von Wasser für sein Dorf in der Provinz Al-Hasaka im Nordosten von Syrien. Nur alle vier Tage gibt es in seinem Haus fließendes Wasser. Es kommt aus einem riesigen Wasserturm (Foto r.), der fünf Dörfer in der Umgebung versorgt. „Heute ist Wassertag“, sagt seine Frau Noura (37) dann freudig.

Mit Unterstützung der Europäischen Union hat CARE in diesem Projekt die Wasserstation neben dem Turm saniert und eine Solaranlage installiert. Jeden Tag ist ein anderes Dorf an der Reihe.

Noura steht am Wassertag bei Sonnenaufgang auf. Sie öffnet die Wasserhähne und wartet. Wenn das Wasser strömt, füllt sie den roten Tank auf dem Dach und beginnt mit dem Putzen. Der Schlamm klebt an Böden, Kleidung und Schuhen. Sie zieht die Teppiche nach draußen und spritzt sie mit dem Schlauch ab. An Tagen ohne Wasser gibt es für die Familie mit vier Kindern keine Reinigung, kein Duschen. „Gestern ging uns das Wasser aus. Aber ich sagte meinen Kindern, sie sollen sich keine Sorgen machen. Wir müssen nur bis morgen warten, dann ist wieder unser Wassertag“, sagt Noura.

Mustafa arbeitet als Tagelöhner und fährt Traktoren, wenn es Arbeit gibt. Die Familie hat eine eigene Wasserpumpe. Das ist selten im Dorf. Doch der Grundwasserspiegel ist stark gesunken. Mustafa meint, dass es erst in 60 Metern Tiefe Wasser gibt. Es dauert etwa zehn Minuten, bis die Pumpe Wasser zum Haus gepumpt hat. Die Familie kann sie nur mit den Solarzellen betreiben, die sie am Dach hat. Ein Generator oder Strom, den sie nicht selbst herstellen, ist zu teuer für sie.

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Mustafa und Nouras wichtigster Besitz: Ein Wassertank und eine Solaranlage am Dach ihres Hauses. Foto: Sarah Easter/CARE

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Der Niederschlag ist im Vergleich zu früheren Jahrzehnten um 70 Prozent zurückgegangen. Al-Hasaka gilt als die Kornkammer Syriens. Rund drei Viertel des syrischen Weizens werden hier angebaut. Foto: Sarah Easter/CARE

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Nur alle paar Tage fließendes Wasser: Noura versucht, jede Sekunde davon zu nutzen. Foto: Sarah Easter/CARE

In Al-Hasaka sieht Hoffnung aus wie Wolken, die endlich Regen versprechen. Sie besteht aus Weizensamen, die in trockener Erde warten, und glitzernden Solaranlagen. Sie sieht aus wie Menschen, die sich an die Arbeit machen, sobald die Pumpe anspringt, und lachen, wenn das Wasser kommt.

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