Hilfe für Geflüchtete

Emotionale Erste Hilfe zu leisten: Das lernen Berater:innen in diesem von der EU unterstützten CARE-Projekt in der Türkei gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit. Wie die Menschen, die sie unterstützen, stammen sie aus der syrischen Gemeinschaft. Mehr als drei Millionen Menschen sind aus Syrien in die Türkei geflüchtet. Oft fehlen ihnen die Sprachkenntnisse und Informationen, um zu ihrem Recht zu kommen.

Viele besitzen z.B. kein gültiges Ausweisdokument der Migrationsbehörde, das ihren Schutzstatus bestätigt, einige sind überhaupt nicht registriert. Die Folge ist, dass ihnen Gesundheitsversorgung oder Bildung für ihre Kinder verwehrt bleiben. Rechtliche Unsicherheit, wirtschaftliche Schwierigkeiten und schlechte Wohnbedingungen führen dazu, dass sie anfällig für Ausbeutung und Ausgrenzung werden. Gewalt gegen Frauen sowie Kinderarbeit und Kinderheirat sind weit verbreitet.

„Bei uns gibt es Schulungen zum Thema Gewalt“, sagt Sobhi Alshaghel, ein Mitarbeiter von CARE in der Türkei (Foto). Die Aufgabe der Berater:innen ist es, Informationen und auch gedruckte Broschüren unter den Familien von syrischen Geflüchteten zu verbreiten. Sie sprechen mit ihnen z.B. über den Schutz von Kindern und die Aufgaben von Eltern. Ein Ziel ist, zu verhindern, dass Mädchen jung verheiratet werden. Aufklärungsarbeit ist auch im Bereich Gewaltprävention nötig sowie bei der Meldung von Übergriffen. „Wir hören oft, dass die Leute nicht wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie Gewalt erleben“, berichtet Alshaghel.

CARE Adana 2025

CARE bildet Beraterinnen aus. Foto: Özge Sebzeci für CARE

CARE Adana 2025

"Ich will helfen, Frühehen und Kinderarbeit zu verhindern", sagt Beraterin Rima. Foto: Özge Sebzeci für CARE

CARE Adana 2025

"Anderen zu helfen, gibt allem, was ich erlebt habe, einen Sinn", sagt Beshar (24). Er ist im Alter von 14 Jahren aus Syrien geflüchtet. Foto: Özge Sebzeci für CARE

CARE Adana 2025

CARE betreibt eine Telefonhotline für schnelle Unterstützung in Notfällen. Foto: Özge Sebzeci für CARE

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Hebamme Kamar hat eine Website auf Arabisch erstellt, die hilfreiches Wissen für Schwangere bereit stellt. Foto: Özge Sebzeci für CARE

CARE unterstützt gezielt Flüchtlinge in der Provinz Adana, damit sie über ihre Rechte informiert werden und notwendige Ausweis- und Personaldokumente erhalten. Wir leiten sie im Bedarfsfall an Rechtsvertreter:innen vor Ort weiter, wenn weitere Maßnahmen nötig sind.

Beraterin Rima (29, Foto oben) stammt aus Aleppo. „Wir Syrer:innen in der Türkei benötigen dringend Informationen zu heiklen Themen wie Frühehen und Kinderarbeit. Wenn ich dazu beitragen könnte, diese Praktiken zu verhindern, würde mich das sehr glücklich machen“, sagt sie.

Auch Beshar Ali (24) möchte etwas an die Gemeinschaft zurückgeben. Er kam im Alter von 14 Jahren aus Syrien in die Türkei. Er arbeitete als Lehrling in einer Textilfabrik und ging weiter zur Schule. Als sein Vater starb, überlegte er, nur noch zu arbeiten, um mehr Geld für die Familie zu verdienen. Doch seine Mutter bestand darauf, dass er seine Ausbildung fortsetzte. Heute studiert er Pharmazie an der Universität. Als Berater ist er im CARE-Projekt weiter tätig. „Anderen zu helfen, gibt allem, was ich erlebt habe, einen Sinn“, sagt Beshar. „Ich fühle mich besser, weil ich etwas tun kann. Ich kann etwas verändern. Ich bin glücklicher.“

CARE bietet mit Unterstützung der EU Angebote für syrische Geflüchtete in der Türkei an. CARE bietet mit Unterstützung der EU Angebote für syrische Geflüchtete in der Türkei an.

Sabah hat eine Botschaft an Frauen: "Gebt nicht auf! Was immer passiert, bleibt stark!" Foto: Özge Sebzeci für CARE

CARE betreibt eine Telefonhotline für schnelle Unterstützung in Notfällen. Durch diese Hilfe ermöglichen wir Geflüchteten Zugang zum Schul- und Gesundheitssystem sowie zum Arbeitsmarkt. Das sind Grundvoraussetzungen, um sich eine eigene Existenz aufzubauen.

Sabah (Foto oben) arbeitet bei der CARE-Hotline. „Wir beantworten Anrufe von Flüchtlingen: Menschen, die Übersetzungen, rechtliche Hilfe oder manchmal einfach nur jemanden brauchen, der ihnen zuhört“, sagt sie. „Viele sind Frauen, die Gewalt erfahren haben, Mütter, die ihre Kinder nicht ernähren können, oder Menschen, die ihr Zuhause verloren haben. Jeder Anruf, den wir beantworten, rettet ein Leben.“ Sie erinnert sich an die Anfrage einer Mutter, die sich an CARE wandte, weil ihr Kind nicht in die Schule gehen konnte. „Wir haben ihr geholfen. Später rief sie an, um sich zu bedanken. Ihr Kind ging mittlerweile zur Schule.“

Auch Sabah stammt aus Aleppo. In Syrien war sie ausgebildete Lehrerin. Nach der Flucht in die Türkei verlor sie alles. „Ich machte Hilfsarbeit. Ich wischte in Restaurants Tische ab und heimlich meine Tränen, weil ich nicht wusste, was von mir geblieben war.“ Trotz aller Schwierigkeiten startete Sabah neu. Sie gab Musikstunden, lernte Englisch und bildete sich weiter, wo sie nur konnte. „Meine Botschaft an andere Frauen ist: Gebt nicht auf! Was immer passiert, bleibt stark!“

Erfahren Sie hier mehr über das Projekt, das von der Europäischen Union unterstützt wird.

Weltflüchtlingstag: CARE und die EU helfen syrischen Familien in der Türkei

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