Über 120.000 Cholera-Fälle im Sudan

Zum Inhalt scrollen

Der Cholera-Ausbruch im Sudan, wo seit über zwei Jahren Krieg herrscht, verschärft sich derzeit dramatisch. Anhaltende, starke Regenfälle fördern die rasante Ausbreitung von durch Wasser übertragenen Krankheiten. Über 75 Prozent der Gesundheitseinrichtungen sind zerstört oder außer Betrieb. Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und medizinischer Versorgung. Besonders gefährdet sind Frauen und Mädchen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben im Sudan fast drei von hundert an Cholera erkrankten Menschen. Bereits eine Sterblichkeit von eins von hundert gilt als humanitärer Notfall. Bis Mitte Oktober wurden laut Gesundheitsministerium fast 120.500 Fälle registriert, über 3.300 Menschen überlebten die Infektion nicht.

„Der Konflikt im Sudan hat Millionen Menschen entwurzelt und gezwungen, in überfüllten Camps zu leben, in denen sauberes Wasser kaum vorhanden ist und sanitäre Einrichtungen nicht funktionieren“, berichtet Abdirahman Ali, CARE-Länderdirektor im Sudan. „Cholera breitet sich nun in erschreckendem Tempo bei ohnehin völlig erschöpften Menschen aus. Am schlimmsten trifft es Frauen, Kinder und ältere Menschen.“

CARE leistet Nothilfe für zehntausende Menschen

CARE arbeitet eng mit lokalen Partnern, Gesundheitspersonal und Behörden zusammen, um die Ausbreitung einzudämmen und besonders gefährdete Menschen zu schützen. Bis Anfang Oktober konnten bereits über 58.000 Menschen in Süd-Darfur, Ost-Darfur und Süd-Kordofan mit sauberem Wasser, Hygieneartikeln und medizinischer Hilfe erreicht werden.

2025_Sudan_Cholera_03

Ein Helfer desinfiziert ein Feldbett vor einem CARE-Gesundheitszentrum in Kassala im Sudan. Foto: Mohammed Abdelamjid/CARE

2025_Sudan_Cholera_05

CARE verteilt lebensrettende Hygienekits an Gemeinden, die von Cholera betroffen sind. Foto: Mohammed Abdelamjid/CARE

CARE betreibt zwei Cholera-Behandlungszentren und 15 Erste-Hilfe-Stationen zur schnellen Behandlung von Dehydrierung, schult Gesundheitspersonal, überprüft und reinigt regelmäßig Wasserquellen. Zusätzlich reparieren Teams Latrinen, führen Reinigungs- und Vektorkontrollkampagnen durch und informieren Familien über Hygienemaßnahmen, um Ansteckungen zu verhindern. Eine landesweite mobile Medienkampagne vermittelt zudem lebenswichtige Informationen zur Cholera-Prävention.

Hilfe massiv unterfinanziert

Doch die humanitäre Hilfe im Sudan bleibt massiv unterfinanziert. Es fehlt an medizinischem Material, Chlor zur Desinfektion, Hygienekits und ausreichend Kapazitäten, um neu infizierte Gemeinden mit sauberem Wasser zu versorgen. Ohne zusätzliche Mittel drohen laufende Einsätze zu enden – mitten in der Regenzeit, während die Zahl der Neuinfektionen steigt.

CARE ruft internationale Geber auf, ihre Hilfe sofort aufzustocken, und mahnt alle Konfliktparteien, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten und die Zivilbevölkerung, humanitäre Hilfskräfte sowie Gesundheitseinrichtungen zu schützen.

Sie wollen Familien auf der Flucht helfen?

Dann unterstützen Sie den Einsatz von CARE mit Ihrer Spende!

Spenden Sie jetzt!

Zurück nach oben