Hilfe und Unterstützung für Mädchen in frühen Ehen

In Syrien leben viele Menschen aufgrund des chronischen Konflikts und einer Wirtschaftskrise in Armut. In ihrer Not sehen sich Familien oft gezwungen, ihre Töchter zu verheiraten. Für die jungen Mädchen ist das eine enorme Belastung. Sie sind sich zuvor oft nicht bewusst, was Ehe und frühe Mutterschaft für ihr Leben bedeuten werden.

Wohin können sich Mädchen, die als Jugendliche heiraten mussten, in dieser Lage wenden? CARE bietet gemeinsam mit der Partnerorganisation Shafak ein Programm mit dem Namen „Amal“ (auf Arabisch „Hoffnung“) an. In sicheren Räumen lernen die Mädchen über sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie psychische Gesundheit und Selbstentwicklung. Die Mädchen werden ermutigt, für sich und ihre Zukunft einzutreten.

Einer dieser sicheren Räume ist der „Young Mothers Club“. Die 15-jährige Lara* ist Mitglied der Gruppe. Sie ist seit einem Jahr verheiratet und im zweiten Monat schwanger. Der Austausch mit den Mädchen hilft ihr: „Ich habe gelernt, meine körperliche und geistige Gesundheit während der Schwangerschaft zu pflegen“, sagt Lara.

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Lara (15) hilft es, mit den Mädchen aus der Gruppe, die oft in einer ähnlichen Situation sind, zu sprechen. Foto: 4K Productions/CARE

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In Workshops lernen die Mädchen über sexuelle und reproduktive Gesundheit. Foto: 4K Productions/CARE

Dass eine frühe Schwangerschaft herausfordernd ist, weiß die werdende Mutter. Sie rät anderen Mädchen davo ab, in jungen Jahren zu heiraten. Sie vermisst Freiheit und die verlorene Chance auf Bildung. „Ich habe immer davon geträumt, Anwältin zu werden, um Frauen wie mich zu verteidigen. Jetzt habe ich nicht die Zeit oder Energie, um diesen Traum zu verfolgen. Jedes Mädchen sollte die Freiheit haben, das zu tun, was es liebt.“

Auch die 14-jährige Sama* ist Mitglied im Club. Seit dem Verlust ihres Vaters befindet sich ihre Familie in einer schwierigen finanziellen Lage. Samas Mutter arbeitet als Putzfrau. Um ihre Familie zu entlasten, stimmte Sama einer Verlobung zu und gab ihren Traum, Medizin zu studieren, auf. Wie Lara braucht Sama dringend Unterstützung.

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Sama (14) knüpfte in der Gruppe Freundschaften und lernte von den Erfahrungen der Mädchen, mit ihren neuen familiären Verpflichtungen umzugehen. Foto: 4K Productions/CARE

Der „Young Mothers Club“ im Projekt „Amal“ richtet sich nicht nur an Mütter, sondern bietet Hilfe und Rückhalt für junge Mädchen in verschiedenen Lebenslagen. Salma hat dort gelernt, ein Gleichgewicht zwischen ihrem Familienleben und dem Schulalltag zu finden. Wichtig war für sie auch zu erfahren, wie sie mit dem Druck der Verpflichtungen umgehen kann, die sie seit ihrer Verlobung hat. „Das gibt mir Hoffnung“, erzählt Sama.

Die 15-jährige Basma* lebt mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder in bescheidenen Verhältnissen. Ihre Eltern führen eine liebevolle Ehe, weshalb Basma lange Zeit den Traum hatte, eine Familie zu gründen. Durch ihre Teilnahme am CARE-Projekt hat sie gesehen, dass dies nicht der einzige Weg ist, für den sie sich entscheiden kann. Sie hat ihr Potenzial erkannt und Selbstbewusstsein gewonnen.

Basma, 15, Syrien Basma, 15, Syrien

„Die Gruppe hat mir geholfen, mich selbst besser zu verstehen und mein Potenzial zu erkennen“, sagt Basma (15). Foto: 4K Productions/CARE

Basma träumt nun davon, Anwältin zu werden. „Es ist entscheidend, dass Mädchen in unserer Gesellschaft Selbstvertrauen aufbauen. Sie sollen die Freiheit haben, zu wählen, wann und wen sie heiraten, und ihre Träume von höherer Bildung verfolgen können. Das wird unsere Stärke in einer unsicheren Zukunft sein“, sagt Basma.

Das „Amal“-Programm ist Teil eines CARE-Projekts in Syrien, das von der Europäischen Union finanziert wird. Erfahren Sie hier mehr.

*Alle Namen wurden zum Schutz der Personen geändert.

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