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Wie unterstützt CARE in Nepal Kleinbäuer:innen bei der Anpassung an den Klimawandel?
Nepal spürt die drastischen Auswirkungen der weltweiten Klimakrise durch unvorhersehbare Regenfälle, Überschwemmungen und extreme Wetterereignisse, die die traditionelle Landwirtschaft massiv bedrohen. Da die Mehrheit der nepalesischen Bevölkerung vom eigenen Ackerbau lebt, ist die Lebens- und Ernährungssicherung in großer Gefahr. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, hat CARE insbesondere im Süden Nepals in der Region Madhesh das Projekt „Climate-Smart Villages“ (klimasmarte Dörfer) ins Leben gerufen.
In diesen Dörfern werden Bäuerinnen und Bauern mit ressourcenschonenden Technologien und dem notwendigen Fachwissen ausgestattet, um ihre Landwirtschaft an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Zentrale Lösungsansätze umfassen den Einsatz von wassersparenden Tropf- und Sprinkleranlagen sowie den Zugang zu solarbetriebener Bewässerungstechnologie, um akuter Wasserknappheit zu begegnen. Ebenso wird auf die Nutzung von energiesparenden Kochöfen und kleinen Biogasanlagen gesetzt, um ineffiziente und gesundheitsschädliche Energiequellen abzulösen.
Ein besonders durchschlagender Erfolg des Projekts ist die Herstellung von natürlichem Bio-Dünger. In Ackerbauschulungen lernen Kleinbäuer:innen, wie sie mithilfe von Regenwürmern aus einfachen Kuh- und Küchenabfällen hoch nährstoffreichen Wurmkompost herstellen. Dies regeneriert nicht nur die oftmals von chemischem Dünger ausgelaugten Böden und schützt das lokale Ökosystem, sondern führt auch zu kräftigeren, schädlingsresistenteren Pflanzen. Gleichzeitig sparen die Haushalte viel Geld für zugekaufte Chemikalien und verbessern so langfristig ihre eigene finanzielle Existenzgrundlage.
Was tut CARE in Nepal, um die Bildungschancen von Mädchen zu verbessern?
In Nepal werden Mädchen noch immer extrem benachteiligt. Große Armut zwingt viele Familien dazu, ihre Töchter bereits früh aus der Schule zu nehmen, damit sie bei der harten Feldarbeit, der Hausarbeit und der Betreuung der Geschwister helfen. CARE setzt sich intensiv dafür ein, diesen fatalen Kreislauf aus Armut und fehlender Bildung zu durchbrechen – allen voran mit dem Erfolgsprojekt „UDAAN“. Das Programm bietet Mädchen, die die Schule frühzeitig abbrechen mussten oder aufgrund von Diskriminierung nie eingeschult wurden, eine überlebenswichtige zweite Chance.
In einer geschützten Umgebung absolvieren sie ein elfmonatiges Intensivprogramm, das es ihnen ermöglicht, den verpassten Stoff in Kernfächern wie Mathematik, Englisch und Naturkunde zügig nachzuholen. Der eigens angepasste Lehrplan und die innovativen Lernmethoden bereiten sie darauf vor, im Anschluss nahtlos in das reguläre staatliche Schulsystem integriert zu werden. Neben dem klassischen Schulstoff legt CARE höchsten Wert auf das Empowerment der Mädchen. Sie lernen gesellschaftliche Zusammenhänge kennen und werden nachdrücklich über ihre Grundrechte aufgeklärt – beispielsweise darüber, dass geschlechtsspezifische Gewalt und Zwangsverheiratungen massive Menschenrechtsverletzungen sind. Durch gezielte außerschulische Aktivitäten und zusätzliche Berufstrainings für ältere Mädchen ab 16 Jahren bauen die jungen Frauen Selbstvertrauen auf und werden befähigt, künftig ihren Lebensunterhalt eigenständig zu verdienen.
Welche Maßnahmen ergreift CARE in Nepal gegen Kinderehen und für Frauenrechte?
Trotz bestehender rechtlicher Verbote gehören Früh- und Zwangsverheiratungen in Nepal leider noch immer zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen. Oftmals werden Mädchen bereits in sehr jungem Alter gegen ihren Willen verheiratet, weil die Familien in tiefer Armut leben und tief verankerte, patriarchalische Normen den Status von Töchtern als „finanzielle Bürde“ herabsetzen. Diese Praxis beraubt Mädchen nicht nur ihrer Kindheit und jeglicher Bildungschancen, sondern birgt auch enorme gesundheitliche Gefahren durch zu frühe Schwangerschaften.
CARE bekämpft die strukturellen Ursachen dieser Missstände auf mehreren Ebenen konsequent. Ein wesentlicher Teil ist die Präventions- und Aufklärungsarbeit direkt in den Gemeinden. CARE sucht den Dialog mit Eltern, Gemeindevorständen und Autoritätspersonen, um ein gesellschaftliches Umdenken anzustoßen und die schädlichen Folgen von Kinderehen aufzuzeigen. Darüber hinaus stärkt CARE die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen. Durch einkommensschaffenden Berufstrainings werden Frauen befähigt, selbst zum finanziellen Unterhalt der Familie beizutragen. Diese ökonomische Eigenständigkeit ist ein entscheidender Hebel: Wenn Frauen ihr eigenes Einkommen generieren, wächst ihr Mitspracherecht in der Familie und ihr Status in der Gemeinde – was letztlich den Weg für eine gleichberechtigte und sichere Zukunft für die nächste Generation mutiger Mädchen ebnet.
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