In Äthiopien sind Millionen von Menschen aufgrund des gewaltsamen Konfliktes in der Tigray-Region gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Wiederkehrende Dürren und Überschwemmungen führen zu weit verbreiteter Ernährungsunsicherheit und Unterernährung sowie zu Krankheitsausbrüchen aufgrund schlechter Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung in den zahlreichen Gemeinden. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) liegt Äthiopien auf Platz 173 von 189.
Der anhaltende Konflikt in den Grenzgebieten führt zu großen Herausforderungen bei der Aufrechterhaltung der humanitären Hilfe. Die Auswirkungen des Konflikts in Nordäthiopien werden zudem durch laufende oder sich anbahnende Krisen aufgrund von Naturkatastrophen verstärkt. Die durch den Klimawandel zunehmend starken saisonalen Regenfälle haben katastrophale Auswirkungen auf die Ernten. Und wie auch andere Länder in der Region hatte Äthiopien zusätzlich mit einer verheerenden Heuschreckenplage zu kämpfen, die zu noch höheren Ernteverlusten führt.
CARE vor Ort
seit 1984 in Äthiopien im Einsatz
Handlungsfelder
Katastrophenhilfen, Gesundheit, Bildung, Klimawandel, Ernährung und Wasser
Erreichte Personen
5.338.500, davon 54% Frauen und Mädchen (Stand: 2025)
Zahlen und Fakten zur Krise
21,4 Mio. Menschen
sind auf Humanitäre Hilfe angewiesen, um ihr Überleben sichern zu können.
15,8 Mio. Menschen
sind von in unterschiedlichem Maße von Ernährungsunsicherheit betroffen
7 Mio. Kinder
haben nicht die Möglichkeit zur Schule zu gehen und Bildung zu erhalten.
CARE in Äthiopien: Unsere Arbeit
Ziele, Schwerpunkte und Maßnahmen
Landwirtschaft
CARE unterstützt in Äthiopien Bäuerinnen und Bauern (etwa mit solarbetriebenen Bewässerungsanlage und klimaresistentem Saatgut) und leistet somit einen Beitrag zur Ernährungssicherheit in Zeiten den Klimawandels.
Foto: Amsal Abrea auf einem ihrer Felder. "Ich ernte doppelt so viel wie vorher", freut sie sich.
Soziale Normen
Frauen in Äthiopien verbringen in der Regel rund 16 Stunden pro Tag mit Hausarbeiten. Damit und aufgrund zahlreicher anderer sozialer Normen bleiben ihnen viele Chancen verwehrt. Gemeinsam erwirkt CARE Veränderungen.
Foto: Wubare mit ihren Kindern und Mann, der sich jetzt auch im Haushalt und bei der Kindererziehung einbringt.
Gewalt gegen Mädchen
Frühehen sind leider immer noch ein weitverbreitetes Phänomen. Wir engagieren uns dafür, dass Mädchen diese wichtigen Entscheidung selbstbestimmt und erst nach dem Abschluss ihrer Ausbildung, die ihnen Perspektiven bietet, treffen können.
Foto: "Ich habe gelernt, als Mädchen selbstbewusst zu sein", erzählt Tadella (14), hier gemeinsam mit ihrer Mutter abgebildet.
CARE arbeitet seit 1984 in Äthiopien, als eine schwere Dürre und Hungersnot fast einer Million Menschen das Leben kostete. Während CARE immer noch Nahrungsmittelnothilfe leistet, hat sich unsere Arbeit ausgeweitet, um die Ursachen von Armut und Verwundbarkeit durch längerfristige Entwicklungsarbeit zu bekämpfen. Unsere Programme konzentrieren sich unter anderem auf die Verbesserung der Lebensgrundlagen und der Ernährungssicherheit der Bevölkerung Äthiopiens.
Weitere Schwerpunkte sind die sexuelle und reproduktive Gesundheit, das Verhindern von Kinder- und frühen Zwangsheiraten oder auch die HIV/AIDS-Prävention. Auch das Thema Bildung wird in unseren Projekten großgeschrieben. Die Sicherstellung der Wasserversorgung sowie Abwasserentsorgung sichert unteranderem in Krisensituation das Überleben der Bevölkerung. Die Katastrophenvorsorge und -hilfe spielt für CARE immer eine zentrale Rolle.
Human Development Index (HDI)
180.
von 193 inkludierten Ländern, untersucht werden Indikatoren für Gesundheits-, Bildungs- und Lebensstandard
Stimmen von Projektteilnehmenden aus Äthiopien
Im Hochland des Bezirks Debark in Äthiopien entscheidet sich mit der Ernte alles. Ob Kinder zur Schule gehen, ob Vieh verkauft werden muss oder ob die Familie Hunger hat: Das alles hängt vom Ertrag der Felder ab. Abeba Alemineh (35) ist Mutter von fünf Kindern. Selbst wenn die Ernte gut war, fraßen die Kosten für chemischen Dünger einen großen Teil ihrer Einnahmen auf. „Ich musste jedes Jahr Vieh oder Getreide verkaufen, nur um den Dünger zu bezahlen“, sagt Abeba.
Abeba nahm am CARE-Projekt RELIVES teil. Es wird durch die Austrian Development Agency (ADA) im Rahmen von International Partnerships Austria gefördert. Landwirtschaftliche Berater:innen brachten Abeba das Kompostieren durch den Einsatz von Würmern bei. Die Wirkung war messbar: Auf Abebas Gerstenfeld verdoppelte sich der Ertrag. Äpfel, Zwetschken, Spinat und Rote Rüben wachsen heute dort, wo einst nur ein Eukalyptusbaum stand. Heute isst die Familie viermal täglich, mit Gemüse, Milch und Eiern. „Früher verkaufte ich Schafe für den Einkauf. Jetzt nutze ich das Gemüsegeld dafür.“
"Wir haben eine deutliche Veränderung erlebt – auf unseren Feldern und in unserem Leben!"
Der Klimawandel verstärkt die Dürre in vielen Regionen Äthiopiens und verschärft damit die Nahrungsmittelkrise und somit die Ernährungssicherheit der Bevölkerung.
Sichere Existenzen durch Wasserzugang
Im Rahmen dieses CARE-Projekts werden Gemeinden in Äthiopien dabei unterstützt, ihren Zugang zu sauberem Wasser und damit ihre Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel zu verbessern.
CARE-Projekte in Äthiopien
Äthiopien
Psychosoziale Unterstützung für Überlebende von Gewalt
Dieses CARE-Projekt stärkt die Resilienz der Gemeinschaften und trägt gleichzeitig zur sicheren Genesung und Wiedereingliederung von Überlebenden sexualisierter und anderer konfliktbedingter Gewalt bei.